VG-Wort Pixel

Europa-Debatte Schröder springt Merkel bei

Ungewohnte Unterstützung für Angela Merkel: Vorgänger Gerhard Schröder hat die Kanzlerin bei ihrem Kurs in der Euro-Krise unterstützt. Im "Spiegel" fand er nicht nur für Merkel lobende Worte, sondern auch für eine andere CDU-Frau.

Altzkanzler Gerhard Schröder springt in der Debatte um die Eurokrise Angela Merkel bei. Mit dem Plan einer europäischen Wirtschaftsregierung hätten sie und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy "ein starkes Signal" gegeben. "Das ist der richtige Weg", sagte Schröder dem "Spiegel". Er wolle Merkel nicht in Schutz nehmen, aber er halte der Regierung zugute, dass es ein schwieriges Geschäft sei "im Europa der 27 voranzukommen". Auf die Frage, ob die schwarz-gelbe Bundesregierung eine Europa-Strategie habe, antwortete der SPD-Mann: "Inzwischen mehr als am Anfang."

Er unterstützt den Kurs, als Konsequenz aus der Euro-Krise mehr nationale Kompetenzen an die Europäische Union abzugeben. Schröder sprach sich im "Spiegel" unter anderem für einen europäischen Finanzminister aus, der vom Europäischen Parlament kontrolliert wird. "Man wird national Souveränitätsverzichte üben müssen", sagte Schröder unter Verweis auf das parlamentarische Budgetrecht. "Das, was die nationalen Parlamente abgeben, muss beim Europäischen Parlament als oberste Instanz landen." Der Ex-Kanzler schlug vor, einen "besonderen Ausschuss" des Europaparlaments zu bilden, in dem Mitglieder der Eurozone eine Kontrollfunktion übernähmen.

Auch wegen der Konkurrenz der Weltregionen sollte man jetzt "nicht länger fackeln, sondern Ernst machen mit Kern-Europa", forderte Schröder. Europa und seine Nationalstaaten würden sonst zwischen Asien unter der Führung Chinas und einem wiedererstarkten Amerika "in der Bedeutungslosigkeit versinken". Auch die CDU-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bekam Schröders Zuspruch, und zwar für ihre Idee der Vereinigten Staaten von Europa. Schröder sprach sich für eine Mitgliedschaft der Türkei und eine Assoziierung Russlands aus. Großbritannien warf er vor, bei der Gestaltung des Wirtschaftsraums "immer mitreden" zu wollen, obwohl das Land nicht in der Euro-Zone sei. "Das geht nicht zusammen."


Mehr zum Thema



Newsticker