Fall Zammar Das BKA half bei der Entführung

Einem Medienbericht zufolge hat das Bundeskriminalamt die US-Geheimdienste mit Informationen versorgt, die es ermöglichten, den Deutsch-Syrer Mohammed Haydar Zammar zu verschleppen. Damit wurden stern-entsprechende Informationen vom Mai diesen Jahres bestätigt.

Wie der "Spiegel" berichtet, ergäben bislang unveröffentlichte Dokumenten ein neues Bild von der Entführung des Deutsch-Syrers Mohammed Haydar Zammar. Demnach fragte die CIA erstmals sieben Wochen nach den Anschlägen vom 11. September 2001, am 29. Oktober, in Deutschland nach, was das Bundeskrimnalamt (BKA) "über das Umfeld und die Aktivitäten" Zammars wisse. Am 20. November 2001 habe der FBI-Verbindungsbeamte im Frankfurter Konsulat nochmals nachgefragt. Der "Spiegel" bestätigt damit Informationen, die der stern bereits in seiner Ausgabe vom 4. Mai publiziert hat.

CIA griff in Casablanca zu

Am 26. November 2001 teilte das BKA dem FBI offiziell mit, es sei beobachtet worden, wie Zammar Ende Oktober nach Marokko ausgereist sei. Außerdem informierten die deutschen Ermittler ihre US-Kollegen über Zammars Reisepläne: Laut Flugticket werde er am 8. Dezember um 6.45 Uhr mit KLM über Amsterdam nach Deutschland fliegen. "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ist der Zammar derzeit noch immer in Marokko und beabsichtigt, den gebuchten Rückflug anzutreten", heiße es in dem BKA-Dossier.

Das CIA ließ den Hamburger Islamisten daraufhin am Flughafen von Casablanca festnehmen und nach Syrien ausfliegen. Dort saß Zammar mehr als vier Jahre in einem Verlies des syrischen Geheimdienstes, wo er gefoltert wurde. Er hatte während dieser Zeit keine Möglichkeit, einen Anwalt zu kontaktieren.

Seit Oktober ist er vor dem syrischen Staatssicherheitsgericht angeklagt. Sein Schicksal beschäftigt auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Berlin.


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