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Flughafen Hamburg Erste Körperscanner durchleuchten Passagiere


Auf dem Hamburger Flughafen wurden heute die bundesweit ersten Körperscanner in Betrieb genommen. Die umstrittenen Geräte tasten Passagiere mit Millimeterwellen ab und sollen so am Körper oder in der Kleidung versteckte Waffen und Sprengstoff entdecken.

Nach monatelangem Streit über die Privatsphäre von Fluggästen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) heute in Hamburg die bundesweit ersten Körperscanner in Betrieb genommen. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Luftsicherheitskontrolle auf deutschen Flughäfen, sagte der Innenminister. "Der Test mit diesem Gerät ist auch möglich geworden, weil wir sichergestellt haben, dass die von mir immer wieder genannten drei Grundvoraussetzungen erfüllt sind: gesundheitliche Unbedenklichkeit, Wahrung der Persönlichkeitsrechte und ein Mehrwert für die Luftsicherheit."

Die umstrittenen Geräte werden für mindestens ein halbes Jahr getestet. Für die Passagiere ist die Nutzung freiwillig. Die Schleusen sollen helfen, am Körper verborgenen Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren. Es gebe dabei keine echten Körperbilder, hatte der Innenminister wiederholt versichert.

Verdächtige Gegenstände würden auf einer schematischen Personendarstellung ("Strichmännchen") angezeigt. In den Niederlanden und Großbritannien arbeiten die Scanner an Flughäfen bereits im Testbetrieb. Deutschlandweit hatte es in den vergangenen Monaten eine hitzige Debatte über die Einführung sogenannter Nacktscanner gegeben.

Geräte arbeiten nicht mit Röntgenstrahlen

Die Securityscanner wurden bei der Bundespolizeiführungsakademie in Lübeck unter Laborbedingungen getestet. Die Geräte arbeiten nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Millimeterwellen. Für den Praxistest wurde der am nächsten gelegene große Flughafen - Hamburg - ausgesucht. 2009 nutzten gut zwölf Millionen Passagiere den Hamburger Flughafen. Damit ist er der fünftgrößte Airport in Deutschland.

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, hatte darauf hingewiesen, dass sich beim Einsatz der Geräte mehr Menschen als bisher einer Nachkontrolle unterziehen müssten - "und dies häufig in sehr sensiblen Bereichen". Besonders betroffen seien Menschen, die medizinische Hilfsmittel bei sich führten, wie etwa Windeln oder künstliche Darmausgänge. Diese würden nicht als solche sichtbar gemacht, aber als potenziell gefährlicher Gegenstand in der entsprechenden Körpergegend ausgewiesen und farblich markiert. Es sei unerlässlich, dass diese Bilder nur vom Kontrollpersonal und nicht von Passagieren einsehbar sein dürften, forderte Schaar.

zen/DPA DPA

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