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Frank-Jürgen Weise: BA-Chef warnt vor Zunahme befristeter Jobs

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat vor der Ausweitung befristeter Jobs gewarnt. Die Zunahme befristeter Jobs verhindere, dass die Menschen ihr Leben planen können und schade auch der Wirtschaft.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat vor der Ausweitung befristeter Jobs gewarnt. Wenn dies zum Standard werde, sei das "für die Entwicklung unserer Gesellschaft verheerend", sagte Weise der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) drohte derweil gesetzliche Regelungen im Bereich der Leiharbeit an, um so Missbrauch zu verhindern.

Auf Dauer sei das keine gute Entwicklung, sagte Weise zu der Zunahme von Kurzzeit-Jobs. Die Menschen wollten und sollten ihr Leben planen, und die Firmen sollten interessiert sein, qualifizierte Kräfte zu halten. Grund für die derzeitige Zurückhaltung der Arbeitgeber sei die schlechte Wirtschaftslage. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist bei Neueinstellungen inzwischen fast jeder zweite Job befristet. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant zudem eine erleichterte Befristung von Arbeitsverträgen.

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verteidigte diese Pläne. Viele Studenten hätten Ferienjobs gemacht, die verhinderten, dass sie nach dem Studium von der Firma befristet eingestellt würden, sagte Laumann den Dortmunder "Ruhr-Nachrichten". "Das wollen wir ändern - und nur diesen Punkt." Er zeigte sich zugleich überzeugt, dass die großen Firmen fast nur noch mit befristeten Verträgen einstellten. Die Entwicklung hin zur Befristung sei unbefriedigend, aber beim Berufseinstieg ein geringeres Problem. Die meisten Verträge würden später in zeitlich unbegrenzte umgewandelt.

Von der Leyen fordert Kampf gegen Missbrauch bei Leiharbeit

Arbeitsministerin von der Leyen forderte derweil Arbeitgeber und Gewerkschaften auf, den Missbrauch bei der Leiharbeit rasch zu unterbinden. Andernfalls will sie gesetzliche Regelungen schaffen. "Wenn die Branche nicht schnell die Kraft aufbringt, das eigenständig und schnell zu regeln, werden wir einen Riegel vorschieben", sagte die Ministerin dem "Spiegel". Insbesondere soll künftig unterbunden werden, dass Firmen ihre Stammbelegschaften entlassen und danach als Leiharbeiter wieder einsetzen.

Zudem könne es nicht sein, dass Leiharbeiter für dieselbe Arbeit dauerhaft schlechter entlohnt würden als fest angestellte Arbeitnehmer, sagte von der Leyen. In beiden Fällen müssten die Tarifparteien bald eine befriedigende Lösung finden, sonst werde der Gesetzgeber aktiv. Sie rechne da "nicht in Monaten, sondern eher in Wochen."

AFP / AFP