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Nach AfD-Abspaltung: Petry und Pretzell planen neue Partei - nach Vorbild der CSU

Die Gerüchteküche brodelt. Nun werden die Spekulationen erneut befeuert: Die AfD-Abtrünnigen Frauke Petry und Marcus Pretzell planen einem Bericht zufolge die Gründung einer eigenen Partei - Vorbild sollen die CSU und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sein.

Petry und Pretzell planen Parteineugründung - Vorbild soll die CSU sein

Nach ihrer öffentlichkeitswirksamen Abspaltung von der AfD, schmieden Noch-Parteichefin Frauke Petry (l.) und ihr Ehemann Marcus Pretzell offenbar Pläne für eine neue Partei

Nach dem Wahlbeben bei der Bundestagswahl sorgte vor allem eine Personalie für Aufsehen: Die AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry will der Fraktion nicht als Bundestagsabgeordnete angehören, ihre Partei gar verlassen - ihr Mandat allerdings als einfache Abgeordnete behalten. Auch ihr Ehemann, der nordrhein-westfälische Landeschef und Fraktionsvorsitzende , kündigte seinen Rückzug an. Seitdem brodelt die Gerüchteküche: Will das Duo eine eigene Partei gründen?

Wie der stern berichtet hatte, ließ sich die noch amtierende AfD-Bundesvorsitzende eine Domain sichern, eine Web-Adresse. Auf die Internet-Präsenz www.dieblauen.de hat mindestens seit Juli dieses Jahres nur mehr Frauke Petry Anspruch. Blau ist die Farbe des AfD-Logos. Petry ist dort mit der Adresse ihres Ex-Mannes registriert.

Nun scheint, einem Bericht zufolge, die Gründung einer eigenen Partei beschlossene Sache zu sein.

Eine Alternative für die AfD - nach Vorbild der CSU?

Laut dem "Kölner Stadt-Anzeiger" planen die AfD-Abtrünnigen die Gründung einer eigenen Partei nach dem Vorbild der bayerischen CSU. "Man braucht die CSU bundesweit. Ein Modell auf Bundesebene erscheint mir sehr interessant", sagte Pretzell dem Blatt. Dieses Modell dürfe allerdings nicht die "Schwerfälligkeit des bayerischen Tankers" haben.

Parteien seien in ihrer jetzigen Form "monetär und personell schwarze Löcher", sagte Pretzell weiter. Das gelte auch für die . "Die AfD ist inzwischen eine reiche Partei. Das Geld aber wird in internen Machtkämpfen verschleudert."

"Blau ist eine schöne Farbe, aber kein Parteiname"

Bei ihrer Neugründung wollen sich Pretzell und die Noch-Bundesvorsitzende nach eigenen Angaben an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seiner Bewegung En Marche orientieren. Macron habe gezeigt, wie man "nicht politisch-inhaltlich, aber strukturell innerhalb kurzer Zeit etwas Neues und Frisches in die Politik bringt", sagte Pretzell. Auch der österreichische ÖVP-Chef Sebastian Kurz sei ein Vorbild. Macron hatte seine Bewegung En Marche im April 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Später wurde das politische Start-up in die Partei La République en Marche (Die Republik in Bewegung) umbenannt, mit der Macron im vergangenen Juni die Parlamentswahl gewann.

Inhaltlich soll es laut Pretzell allerdings keine Neuausrichtung geben. Die geplante Bewegung wolle vertraute Themen bedienen: Migration, Integration, Umgang mit dem Islam, innere Sicherheit, aber auch eine Reform der Sozial- und Steuersysteme. Einen Namen für die neue Partei gebe es indes noch nicht. Dabei scheint die Internetwebsite "dieblauen.de", die Petry im Juli angemeldet hat, allerdings keine elementare Rolle zu spielen. "Blau ist eine schöne Farbe, aber kein Parteiname", sagte Pretzell dazu.

fs/AFP