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Vor Treffen mit Zentralrat Petry ruft Muslime auf, Religion "privat und friedlich" zu leben


Frauke Petry trifft sich am Montag mit dem Zentralrat der Muslime. Schwer vorstellbar, dass sich die AFD-Chefin und der Zentralrat annähern. Das wird in dem Interview deutlich, dass Petry kurz vor dem Treffen gab.

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry verschärft kurz vor ihrem Treffen mit dem Zentralrat der Muslime ihre Kritik am Islam. Neben Minaretten lehnte sie in einem Zeitungsinterview auch das Kopftuch für muslimische Frauen ab. "Weder Minarette noch der Muezzinruf oder die verschiedenen Verschleierungsarten von Frauen sind entscheidend für die islamische Religionsausübung", sagte Petry der "Bild am Sonntag".

Die Spitzen der rechtspopulistischen AfD und des Zentralrats der Muslime (ZDM) wollen sich am Montag in Berlin zu einem Gespräch treffen. Anfang Mai hatte die AfD ein Parteiprogramm verabschiedet, in dem es heißt, "der Islam gehört nicht zu Deutschland". Daraufhin erklärte der ZDM-Vorsitzende Aiman Mazyek, zum ersten Mal seit dem Ende der Nazi-Herrschaft gebe es in Deutschland eine Partei, "die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht".

Frauke Petry: Emanzipierte Frauen lehnen das Kopftuch ab

Die AfD-Chefin wird auch von Nicht-Muslimen harsch für ihre Haltung kritisiert, gibt sich aber gewohnt selbstbewusst. Petry verwies in dem Interview darauf, dass ihrer Wahrnehmung nach gerade Frauen, die sich vom Islam emanzipiert hätten, das Kopftuch ablehnten. "Es gibt Muslimas, die es freiwillig tragen, bei anderen ist es ein Unterdrückungssymbol. Wir haben in der Tat ein Problem damit."

Die AfD-Vorsitzende warnte vor einer weiteren Zuwanderung von Muslimen nach Deutschland und Europa: "Wir sehen wesentliche Errungenschaften der Aufklärung in Gefahr, wenn wir diesen Weg der ungeregelten Migration, verbunden mit dem Import eines religiösen Radikalismus, weitergehen."

"Wenn mehr als die Hälfte der Muslime im Zweifel der Scharia den Vorrang vor dem jeweiligen Landesrecht geben, braut sich etwas zusammen, was nicht mehr kontrollierbar ist", sagte Petry.

Von den in Deutschland lebenden Muslimen forderte die AfD-Chefin, ihre Religion "privat und friedlich" zu leben. "Muslime, die hier integriert sind, die unsere Sprache und Lebensweise angenommen haben, gehören genauso zu Deutschland wie Christen oder Atheisten."

Vor Petrys Treffen mit dem Zentralrat der Muslime sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der "Welt am Sonntag", Populismus, persönliche Angriffe und Hass seien "keine Form des Dialoges, noch ersetzen sie die Kraft der Argumente".

Mazyek hatte die Spitze der islamfeindlichen Partei eingeladen mit der Begründung: "Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns?" Die AfD verfolgt einen entschiedenen Anti-Islam-Kurs.

anb

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