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Geschichte der CSU: Die Kämpfe der Kandidaten

Noch nie waren es drei Kandidaten und noch nie wurden die Intrigen und Ränkespiele so vor laufender Kamera ausgetragen. Aber ein Blick in die Geschichte der Partei zeigt: Bereits in den Gründerjahren gab es Kampfkandidaturen für den Vorsitz.

Auf der Landesversammlung (Parteitag) im Januar 1955 in München konkurrierten Hanns Seidel und Franz Josef Strauß um den Posten. Der frühere bayerische Wirtschaftsminister Seidel siegte mit 380 zu 329 Stimmen über Strauß, der damals Vize-Parteichef und Sonderminister in Bonn war. Erst 1961 war Strauß am Ziel.

Nur drei Jahre musste sich die CSU bisher von der Macht trennen

Der Parteitag 1955 war erforderlich, weil sich Hans Ehard nach dem Machtverlust der CSU auf den Posten des Landtagspräsidenten zurückgezogen hatte. Unter Seidel legte die CSU bei der Bundestagswahl 1957 um fast zehn Punkte auf 57,2 Prozent zu. Die Koalition von SPD-Ministerpräsident Wilhelm Hoegner zerbrach. Die CSU stellte mit Seidel nach dreijähriger Opposition wieder den Regierungschef.

Im Mai 1949 war Ministerpräsident Hans Ehard in Straubing gegen den damals amtierenden Parteichef Josef Müller («Ochsensepp») angetreten. Der Herausforderer gewann mit 396 zu 151 Stimmen. Bereits lange vor dem Parteitag hatte es in der CSU Gegensätze und Spannungen gegeben, die auch die Atmosphäre der Tagung bestimmten. Bei der Landtagswahl 1950 rutschte die CSU unter Ehard von 52,3 Prozent auf 27,4 Prozent ab, konnte sich aber in einer großen Koalition mit der SPD an der Macht halten.

DPA / DPA