Gesundheitsreform Bedürftige sollen nur einen Euro zuzahlen


Geringverdiener sollen nur einen statt zehn Euro bei der geplanten Gesundheitsreform zuzahlen. Das ist die gemeinsame Absicht von Ministerin Schmidt und CSU-Sozialexperten Seehofer.

Bei der geplanten Gesundheitsreform wird für Patienten mit einem sehr geringen Einkommen über eine Zuzahlung von nur einem Euro statt der allgemein vorgesehenen zehn Euro nachgedacht.

Härtefallregelung für Arme

"Für Menschen am Existenzminimum prüfen wir eine Sonderregelung. Sie sollen statt zehn Euro nur einen Euro für Arztbesuch, Medikamente und Krankenhaus zuzahlen", sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) der „Bild“-Zeitung. Der CSU-Gesundheitsexperte Horst Seehofer äußerte sich in der Zeitung entsprechend. Gelten könne die Härtefallregelung etwa für Sozialhilfeempfänger und Rentner mit niedrigem Einkommen. Zudem werde geprüft, ob eine monatliche Höchst-Belastungsgrenze eingeführt werde, um Überforderungen etwa dann zu verhindern, wenn die gesamte Zuzahlung eines Jahres innerhalb eines Monats fällig werde.

Zehn Euro Zuzahlung geplant

Die von Regierung und Opposition geplante Gesundheitsreform sieht unter anderem Zuzahlungen für Arztbesuche von zehn Euro pro Quartal vor, wenn Patienten zunächst den Hausarzt aufsuchen. Geht er direkt zum Facharzt, sind bei jedem Arztbesuch zehn Euro fällig. Bei medizinischen Leistungen soll es flächendeckend eine Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent geben, die aber bei zehn Euro gedeckelt werden. Die Zuzahlungen sollen zwei Prozent des Bruttogehaltes des Versicherten nicht überschreiten, bei chronisch Kranken ein Prozent. Kinder und Jugendliche werden von den Zuzahlungen befreit.

DPA

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