Girl's day "Klonen wird gefragt sein"


Beim Girl's Day lernen zehntausende Schülerinnen typische Männerberufe kennen. Johanna, 15, braucht das eigentlich nicht - sie will DNA-Forscherin werden. stern.de hat ihr zugehört.

Ich habe einen amerikanischen Stiefvater, mit dem spreche ich nur Englisch. Ich lese auch englische Bücher, hauptsächlich Fantasy. Mein Lieblingsbuch ist "The Golden Compass". Mein Stiefvater ist Physiker. Ich lerne mit ihm Physik, Chemie und Mathe. Meine Mutter hilft mir im Deutschen. Meiner Mutter ist es wichtig, dass die Schule für mich wichtig ist: Das finde ich gut. Meine Eltern unterstützen mich in allem.

Ich habe einen Noten-Durchschnitt von 2,0. Meine beste Freundin Lisa hat 1,7 und Ramya 2,3. Ich bin zu faul, würde ich richtig, richtig, richtig lernen, wäre ich noch besser in der Schule.

Ich habe mich schon immer für Forschung interessiert. Dann habe ich "Regenesis" gesehen, eine Serie auf Arte, da ging es um Krankheitsforschung. Jetzt will ich DNA-Forscher werden. Das Thema DNA und Klonen wird immer wichtiger werden. Ich fange jetzt mit meiner CTA-Ausbildung an [Ausbildung zur Chemisch-Technische-Assistentin, Red.] neben der Schule.

Jungs sind praktischer

Mich würde es interessieren, einen Menschen zu klonen. Ich würde mich auch selber klonen. Aber sie dürfte dann nicht besser sein als ich. Sie müsste exakt die gleichen Eigenschaften haben.

Ich mag Chemie, man hat einfach eine Begründung für alles. Man weiß nicht, warum das Perioden-System da ist, es ist einfach da. Forscher nehme ich nicht als Vorbilder. Es gab bestimmt Menschen, die genauso weit waren wie sie, die aber nicht bekannt wurden. Angelina Jolie ist eins meiner Vorbilder. Nicht, weil sie berühmt ist, sondern weil sie anderen Menschen hilft.

In gewissen Bereichen sind Mädchen schlauer als Jungs. Männer denken eher praktisch, Frauen gehen eher ins Detail. Frauen sind auch einfühlsamer, sie gehen auf Menschen zu, Männer tun das gar nicht. Es gibt keinen Beruf, den Männer oder Frauen besser ausführen, sie machen es nur anders.

Abwechselnd zuhause

Den meisten Leuten liegt Chemie nicht so, sie verstehen meinen Berufswunsch nicht. Aber das ist das, was mir Spaß macht. Wenn man Spaß hat, dann wird man besser und steigert sich. Bei uns ist es egal, wer welchen Beruf machen will. Wenn ein Mann Stylist werden will - ich habe nichts dagegen.

In bestimmten Ländern ist das immer noch so, dass Männer in der Familie das höchste Recht haben, das ist nicht okay. Aber hier in Deutschland? Frauen werden schlechter bezahlt. Dagegen würde ich kämpfen. Wenn ich später mal ein Kind habe, würde ich arbeiten gehen. Es sollte zwar immer jemand zuhause sein, aber abwechselnd.

George Clooney sollte in den USA Präsident werden. Ich find's super, dass eine Frau in Deutschland Kanzler ist, auch wenn ich nicht alles gut finde, was sie macht. Ursula von der Leyen? Dafür dass sie sieben Kinder hat, sieht sie noch ziemlich frisch aus.

Johanna, 15, besucht ein Hamburger Gymnasium

Protokoll: lk

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