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Grüne Woche in Berlin: Greenpeace-Aktivisten greifen Aigner mit Kartoffeln an

Greenpeace hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner zwei Körbe Kartoffeln vor die Füße geschüttet, um gegen den Anbau genmanipulierter Sorten zu protestieren. Zwei Frauen im Dirndl pirschten sich am Donnerstag auf der Grünen Woche in Berlin an die CSU-Politikerin heran und kippten mehrere Kilo Knollen neben ihr aus.

Umweltaktivisten haben den Besuch von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) auf der Internationalen Grünen Woche mit einem Protest gegen Gentechnik gestört. Mit dem Ruf "Frau Ministerin, stoppen Sie den Anbau von genmanipulierten Kartoffeln", unterbrachen zwei Aktivistinnen der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag eine Ansprache Aigners, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sicherheitskräfte führten die beiden in Dirndl gekleidete Demonstrantinnen ab, bevor sie ein Transparent entfalten konnten.

Aigner unterbrach ihre Ansprache in der Halle ihres Ministeriums auf der Landwirtschaftsmesse trotz des Zwischenfalls nicht und redete ungestört weiter. Die beiden Demonstrantinnen hatten nach Greenpeace-Angaben Körbe mit Kartoffeln der Gensorte Amflora unter dem Arm. Auf dem Transparent hieß es: "Nicht vergessen, Frau Ministerin: Grüne Woche eröffnen - Genkartoffeln verbieten". Aigner hatte den Anbau von Amflora in Deutschland zu Versuchszwecken Ende April 2009 erlaubt, auch einer möglichen Zulassung der Kartoffel durch die EU-Kommission für den kommerziellen Anbau will sich die CSU-Politikerin nicht widersetzen. Die Auswirkungen von Amflora auf ihre Umwelt sind umstritten.

Am Donnerstagabend will Aigner die 75. Internationale Grüne Woche offiziell eröffnen. Für Besucher öffnet die Messe am Freitag, sie endet am 24. Januar. Auf dem Berliner Messegelände werden etwa 400.000 Besucher erwartet, darunter 100.000 Fachbesucher.

AFP/APD