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Der Klimawandel und Merkels Zittern: Grünen-Chefin Baerbock erklärt Merkel zum Klimaopfer – und entschuldigt sich kurz darauf

Was die aufsehenerregenden Zitteranfälle bei der Bundeskanzlerin ausgelöst hat, bleibt weiter unklar. Grünen-Chefin Baerbock zog eine Verbindung zum Klimawandel und ruderte danach sofort zurück.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock

Grünen-Chefin Annalena Baerbock macht Klimawandel für Merkels Zittern verantwortlich - und rudert schnell wieder zurück

DPA

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich für ihre Spekulation über den Gesundheitszustand von Kanzlerin Angela Merkel entschuldigt. "Diese Äußerung war ein Fehler", schrieb sie am frühen Samstagmorgen auf Twitter. Dafür habe sie die Bundeskanzlerin um Entschuldigung gebeten. Sie habe unbedacht einen Zusammenhang hergestellt, den es nicht gebe. In einer Pressekonferenz hatte Baerbock am Freitag einen Zusammenhang zwischen den Zitteranfällen Merkels und dem Klimawandel hergestellt und mit Blick auf die heißen Temperaturen der vergangenen Tage gesagt: "Auch bei der Bundeskanzlerin wird deutlich, dass dieser Klimasommer gesundheitliche Auswirkungen hat." 

Baerbock hatte weiter gesagt, sie sei selbst gerade im Irak gewesen, dort sei es 48 Grad heiß gewesen. Sollten in deutschen Städten diese Temperaturen herrschen, würde die Arbeits- und Wirtschaftsweise komplett anders bei allen sein, da es anders als im Irak keine Klimaanlagen in Büros gebe. "Dann wird jeder, wenn er eine Stunde in dieser prallen Sonne steht, zitterig werden." Deswegen müsse hier und heute gehandelt werden, weil die Klimaauswirkungen direkt angekommen seien. Baerbock fügte auf Nachfrage eines Journalisten hinzu, das Zittern sei ein Zeichen, "dass Hitze auch vor Bundeskanzlerinnen nicht Halt macht".

Die Äußerung ist gründlich schief gegangen 

Nun twitterte Baerbock, Hintergrund ihrer Aussage sei die Frage eines Journalisten gewesen, "ob der Gesundheitszustand der Kanzlerin Neuwahlen noch drängender mache. Diese Frage habe ich deutlich verneinen und auf die Hitze verweisen wollen. Das ist gründlich schief gegangen."

Über den Gesundheitszustand der Regierungschefin wird auch im Ausland diskutiert. Nur Stunden vor ihrem Abflug nach Japan zum G20-Gipfel konnten Millionen Menschen sehen, wie die Kanzlerin ihren zitternden Körper bei der Übergabe der Ernennungsurkunde an die neue Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) nur schwer unter Kontrolle brachte. Schon am Dienstag vergangener Woche hatte Merkel in einer ähnlichen Situation an der Seite des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen krampfartigen Zitteranfall erlitten. In Osaka wirkte die Kanzlerin beim G20-Gipfel aber fit.

Auf der Pressekonferenz hatte Baerbock zusammen mit Fraktionschef Anton Hofreiter und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Sofortprogramm ihrer Partei zum Klimaschutz vorgestellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Wolodymyr Selensky
dsw / DPA