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HAUPTSTADT: Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat begonnen

Knapp 2,5 Millionen Berliner entscheiden heute, wer die Hauptstadt künftig regiert. Jüngste Umfragen sehen dabei die SPD als stärkste Partei.

In Berlin hat am Sonntagmorgen die Neuwahl zum Abgeordnetenhaus begonnen. Um 08.00 Uhr öffneten 2.771 Wahllokale in der Hauptstadt. Die knapp 2,5 Millionen Berliner Wähler entscheiden nach dem vorzeitigen Bruch der großen Koalition im Juni drei Jahre früher als vorgesehen darüber, wer die Hauptstadt künftig regiert. Als sicher gilt nach den jüngsten Umfragen, dass die SPD mit Bürgermeister Klaus Wowereit stärkste Partei wird und sich den oder die Koalitionspartner aussuchen kann.

Stimmungstest für die Bundesregierung

Die Berliner Wahl gilt ein Jahr vor der Bundestagswahl auch als Stimmungstest für die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder. Mit Spannung wird vor allem erwartet, ob die SPD erstmals mit der PDS ein Regierungsbündnis eingehen wird. Der von den Sozialdemokraten gewünschten Fortsetzung von Rot-Grün sagen die Meinungsforscher keine eigene Mehrheit voraus. Vor zwei Jahren war die CDU mit 40,8 Prozent klar stärkste Partei geworden, während die SPD mit 22,4 Prozent auf ihr Nachkriegstief abrutschte. Die PDS erreichte 17,7 und die Grünen 9,9 Prozent, die FDP scheiterte mit 2,2 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Parallel zum Landesparlament werden die Bezirksverordnetenversammlungen in den zwölf neuen Großbezirken Berlins gewählt. Hier wetteifern 1.916 Bewerber um 660 Sitze. Auf kommunaler Ebene dürfen auch 62.300 Bürger aus anderen EU-Staaten mitwählen. Die ersten Hochrechnungen werden für den frühen Abend erwartet.