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Historikerstudie zum Auswärtigen Amt: Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses lobt Aufklärung

Maram Stern, der Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses hat sich lobend über die Untersuchung der Historikerkommission zu Rolle des Auswärtigen Amtes während der NS-Zeit geäußert. Sie räume auf mit dem "Märchen vom Außenamt" als einer unabhängigen Behörde.

Als "gutes und glaubwürdiges Beispiel", wie man auch 65 Jahre nach Kriegsende noch wirksam Aufklärung betreiben könne, hat der Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses, Maram Stern, die Historikerstudie zur Rolle des Auswärtigen Amts in der NS-Zeit gelobt. Die vier Buchautoren, schreibt Stern in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe), räumten gründlich auf "mit dem Märchen vom Außenamt als einer von der NSDAP unabhängigen, dem Frieden und der Mäßigung der Nazi-Exzesse verpflichteten Behörde".

Als "besonders bestürzend" wertet Stern, dass Alt-Nazis nach der Neugründung des Ministeriums 1951 wiederum "an entscheidender Stelle Einfluss nehmen" konnten. Einige hätten die Infrastruktur des Amtes benutzt, um "Kriegsverbrecher vor Verfolgung oder Bestrafung" zu schützen. Auf diese Weise existierten "Teile des Nazi-Unrechtsstaats auch noch Jahrzehnte nach Ende des Kriegs fort".

Als Gegenmittel gegen diese furchtbare Kontinuität empfiehlt der Vize-Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses "eine ehrliche und anhaltende Beschäftigung mit der Geschichte". Dies sei Deutschland "den Opfern ebenso schuldig wie sich selbst als modernem demokratischen Gemeinwesen". Die Historiker hatten die Studie am Donnerstag in Berlin vorgestellt.

APN / APN
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