Integrationsdebatte Türkische Gemeinde in Deutschland fordert mehr Sachlichkeit


In der durch die Türkei-Reise von Angela Merkel ausgelösten Integrationsdebatte haben türkische Verbände mehr Sachlichkeit gefordert. Die vom türkischen Regierungschef Erdogan geforderte Einrichtung von mehrsprachigen Gymnasien werde die Probleme türkischer Kinder nicht lösen, erklärte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat.

In der durch die Türkei-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgelösten Integrationsdebatte haben türkische Verbände mehr Sachlichkeit gefordert. Die vom türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan geforderte Einrichtung von zwei- oder mehrsprachigen Gymnasien werde die Bildungsprobleme türkischer Kinder nicht lösen, erklärte am Montag der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat. Erdogan solle keine Illusionen verbreiten. Der Verband Türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa erklärte, die wirklich wichtigen Themen, die es zwischen Deutschen und Türken zu behandeln gebe, würden durch "hochkochende Emotionen" ins Abseits gedrängt.

Die Grünen warfen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, nicht entschieden genug für die Integration von Migranten einzutreten. Es reiche nicht aus, "über Integration zu schwadronieren, man muss handeln", sagte der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, dem "Handelsblatt Online". Eine nachholende Integration werde nur mit einer Bildungspolitik gelingen, die auch "längeres gemeinsames Lernen" umfasse. Der Ko-Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, reagierte empört auf die Debatte über die Einrichtung deutsch-türkischer Gymnasien. "Offensichtlich gibt es eine Allergie gegen alles, was mit der Türkei und der türkischen Sprache zu tun hat", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Merkel müsse hier gegensteuern, forderte Özdemir.

AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker