Internationaler Frauentag Land der begrenzten Möglichkeiten


Frauen müssen doppelt so gut sein wie Männer, um beruflich den gleichen Erfolg zu haben - sagt man so. Tatsächlich ist der Fall noch etwas komplizierter, wie eine neue Studie belegt.

Frauen haben karrieretechnisch immer noch deutlich schlechtere Karten als Männer. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Accenture, für die 1200 Manager und Managerinnen aus acht Ländern befragt wurden. Danach stoßen berufstätige Frauen oft an eine Art "gläserne Decke", die sie daran hindert, weiter aufzusteigen. Ursache dafür ist vor allem die mangelhafte Unterstützung durch den Staat - zum Beispiel bei der Kinderbetreuung. Im Vergleich mit sechs anderen Ländern (Großbritannien, Philippinen, Australien, Österreich, Schweiz) landete Deutschland bei der Beurteilung der Chancengleichheit auf dem vorletzten Platz - den letzten belegte Großbritannien, den ersten die Schweiz.

Männer entscheiden

70 Prozent der weiblichen Führungskräfte gaben an, dass der überwiegende Teil der unternehmerischen Entscheidungen nach wie vor in der Hand der Männer läge. Diejenigen Frauen, die es geschafft haben, die "gläserne Decke" zu durchstoßen, sind jedoch ziemlich zufrieden: 68 Prozent der Topmanagerinnen sagten, sie würden fair entlohnt, 70 Prozent fühlten sich zudem sicher.

Anlass der Studie war der Weltfrauentag, den die Frauenbewegung seit nunmehr 95 Jahren am 8. März begeht. Begründerin war die deutsche Sozialdemokratin Clara Zetkin. Auf ihre Anregung hin versammelten sich im März des Jahres 1911 Frauen in Deutschland, Dänemark und Österreich, in Schweden, in der Schweiz und in den USA. Sie forderten das Recht auf politische Mitbestimmung, gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen sowie mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz.

AP/DPA DPA AP

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