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Islamisten-Prediger in Berliner Moschee: "Eine Frau darf bei Sex niemals nein sagen"

Stets zu Diensten - so definiert der Imam Abdel Moez al-Eila die Rolle der Frau in einer frauenfeindlichen Hetzpredigt in der Berliner Al-Nur-Moschee. Der Türkische Bund zeigte den Islamisten nun an.

Von Lisa-Marie Eckardt

Eine Frau dürfe sich ihrem Ehemann niemals beim Sex verweigern, predigt der Imam Abdel Moez al-Eila in der Islamisten-Moschee Al-Nur in Berlin

Eine Frau dürfe sich ihrem Ehemann niemals beim Sex verweigern, predigt der Imam Abdel Moez al-Eila in der Islamisten-Moschee Al-Nur in Berlin

Wegen seiner frauenverachtenden Aussagen ist ein islamistischer Prediger in der Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln aufgefallen: Eine Frau dürfe sich ihrem Ehemann niemals beim Sex verweigern, forderte der ägyptische Imam Abdel Moez al-Eila in seiner Hetzpredigt. Nun hat der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) den Salafisten-Prediger wegen Beleidigung, Volksverhetzung und der öffentlichen Aufforderung zu Gewalt angezeigt. "Bei diesen Aussagen handelt es sich um eine alle Frauen herabwürdigende finstere Ideologie, die geächtet, gestoppt und bestraft werden sollte", sagte Ayşe Demir, Vorstandssprecherin des Türkischen Bundes, einem Bericht des "Tagesspiegels" zufolge.

Die bei Salafisten beliebte Berliner Al-Nur-Moschee habe offenbar erste Konsequenzen gezogen, heißt es weiter. Der in der Kritik stehende Imam werde keine weiteren Predigten halten, sagte der Vorstand der Moschee.

Ein Video, das von dem Mediendienst Memri im Internet veröffentlicht wurde, zeigt die Predigt in arabischer Sprache mit englischen Untertiteln:

"Eine Frau darf niemals Nein sagen"

Freitag, 23. Januar: Der Imam Abdel Moez al-Eila predigt beim Freitagsgebet in der Berliner Al-Nur-Moschee. Er fordert die völlige Unterordnung der Frau unter den Ehemann: "Eine Frau darf niemals nein sagen – unter keinen Umständen! Nicht einmal, wenn sie ihre Tage hat", sagt der ägyptische Gast-Prediger. "Wenn ein Mann seine Frau ins Bett ruft und sie sich verweigert und einschläft – dann werden die Engel sie verfluchen!" Es gebe nichts, was einen Mann davon abhalten dürfe, "den Körper seiner Ehefrau zum Vergnügen zu benutzen". Ohne die Erlaubnis des Mannes dürfe die Frau weder einen Job annehmen, noch überhaupt das Haus verlassen.

Wie die muslimische Gemeinde auf die Worte des Imam reagiert, ist nicht zu sehen. Im Hintergrund ist aber vereinzelt Lachen zu hören.

Die Al-Nur-Moschee ist ein bekannter Islamisten-Treffpunkt und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Sie gilt als Zentrum fundamentalistisch geprägter und gewaltbereiter Salafisten und ist berüchtigt für Hasspredigten. In den vergangenen Jahren hatten Prediger dieser Moschee auch zum Dschihad und zur Tötung von Juden aufgerufen.

Politiker fordern von Muslimen Distanz

Die frauenverachtende Predigt sorgte laut SZ auch in der Politik für Empörung: Innensenator Frank Henkel (CDU) habe die Äußerungen als "abstoßend" und als "Zumutung" verurteilt. "Die islamischen Gemeinden in unserer Stadt dürfen solche Hasspredigten nicht stillschweigend hinnehmen", sagte der CDU-Politiker dem Bericht zufolge. Auch die Extremismus-Expertin der Grünen-Fraktion, Clara Herrmann, habe von den islamischen Gemeinden in Deutschland gefordert, sich von solchen frauenverachtenden Äußerungen zu distanzieren.

Neben der Anzeige vom Türkischen Bund seien zwei weitere, vom Linken-Abgeordnete Hakan Tas und einem Bürger, bei der Polizei eingegangen, hieß es.