Kannibalen-Prozess Entschuldigung von "Metzgermeister Frankie"


In einem bisher unveröffentlichten Brief hat sich Armin Meiwes bei dem Lebensgefährten seines Opfers entschuldigt. Gleichwohl sei die Hinrichtung für den Mann "ein schöner Tod gewesen".

Der als "Kannibale von Rotenburg" angeklagte Armin Meiwes (44) hat sich beim Lebensgefährten seines Opfers für die Tat entschuldigt. In einem vor dem Landgericht Frankfurt verlesenen Brief hieß es, Meiwes drücke sein "herzliches Beileid" zum Tod des Berliner Ingenieurs aus. Gleichwohl sei die Tötung des Mannes "ein schöner Tod gewesen, den sich Bernd seit Jahren gewünscht habe". Der Brief gehört zu bisher unveröffentlichtem Aktenmaterial des Landeskriminalamtes, das auszugsweise verlesen wurde.

Chat der Kannibalen-Szene

Die Schriftstücke beschäftigen sich mit dem E-Mail- und Chat- Verkehr zwischen Meiwes und anderen Mitgliedern der Kannibalen-Szene im Internet. Unter der Bezeichnung "Metzgermeister Frankie" teilte Meiwes den Empfängern Details zu seinen Fantasien mit. Darunter befindet sich auch ein Gedankenaustausch zu den Verbrechen der Nationalsozialisten. "Wenn ich als Metzger im KZ tätig gewesen wäre, hätte ich kein Gas, sondern nur ein Messer gebraucht", schrieb Meiwes an einen Chat-Partner, der ihn zuvor nach seiner Meinung zu den Tötungen in den Konzentrationslagern gefragt hatte.

Meiwes hatte in dem zweiten Prozess um die knapp fünf Jahre zurückliegende Bluttat erneut gestanden, einen Ingenieur getötet, zerteilt und Teile von ihm gegessen zu haben. Die Anklage in Frankfurt lautet wie im ersten Prozess in Kassel auf Mord. Das erste Urteil hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben, weil nach seiner Ansicht mehrere Mordmerkmale nicht genau genug geprüft wurden. Das Landgericht Kassel hatte Meiwes im Januar 2004 wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

DPA DPA

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