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Kanzlerwahl: Linkspartei könnte Schröder als Kanzler mitwählen

Der Chef der Linkspartei-Fraktion im Bundestag, Gregor Gysi, schließt eine Unterstützung für Gerhard Schröder bei der Kanzlerwahl nicht mehr aus.

Falls Union und SPD eine große Koalition eingingen, stelle sich diese Frage zwar nicht, sagte Gysi dem "Tagesspiegel am Sonntag". Etwas anderes wäre es aber, wenn die SPD Schröder ohne eine solche Koalitionsaussage im Bundestag zur Kanzlerwahl aufstelle und es dort zu einem dritten Wahlgang käme, in dem nur noch eine relative Mehrheit der Stimmen erforderlich ist. "Dann werden wir uns vorher zusammensetzen, um die Situation neu zu beraten", sagte Gysi. "Wahrscheinlich lässt es die SPD so weit auch gar nicht kommen."

Gysi und der Co-Fraktionschef Oskar Lafontaine hatten am Freitag noch ausgeschlossen, dass Mitglieder ihrer Fraktion Schröder bei der Kanzlerwahl etwa im dritten Durchgang die Stimme geben könnten. "Es gab niemanden, der erklärt hat, ihn wählen zu wollen", hatte Gysi nach der ersten Fraktionssitzung gesagt.

Bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag hatten SPD und Grüne ihre Mehrheit eingebüßt, aber auch Union und FDP haben eine Regierungsmehrheit deutlich verfehlt. Union und SPD wollen Mitte nächster Woche ihre Beratungen über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen fortsetzen. Die Gespräche werden aber dadurch erschwert, dass sowohl Kanzler Schröder als auch seine Herausforderin Angela Merkel die Kanzlerschaft für sich beanspruchen.

Reuters

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