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Berlin³: Gemein aber gerecht: Schule darf Handy übers Wochenende einkassieren

Merkel? Schulz? Heute geht es um Elementares. Ein Berliner Schüler klagte, weil sein Lehrer ihm freitags das Smartphone abnahm und es erst am Montag zurückgab. Das Gericht sagt: Alles korrekt. Wie schön!

Achtung, zwei kurze Warnhinweise am Anfang. Der erste geht an das übliche Publikum politischer Preziosen und alberner Alliterationen. Vorsicht an der Kolumnenkante: Wir befassen uns heute an dieser Stelle mal nicht mit den üblichen Nichtigkeiten des Berliner Betriebs wie den Haltungs-Schäden der Verteidigungsministerin, Schulz rauf, Merkel runter und umgekehrt, der Maut und der Klauenseuche. Wir wenden uns ausnahmsweise dem zu, was wirklich zählt im Leben generell und im Pubertistenleben ganz besonders.

Und damit zu Warnung Nummer zwo. Liebe Schüler und Schülerinnen, die Euch ein windiger Algorithmus auf diese Seite gespült hat, nachdem Ihr gelangweilt von Englisch/Deutsch/Mathe/Bio/Latein/Musik/Religion (Zutreffendes bitte unterstreichen, Mehrfachnennungen wohl nicht zu vermeiden) unter der Bank bei google die Worte Handy, Schule und Verbot in die Suchmaske getippt habt – Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein. Euer Lehrer darf nicht nur echt gemein und fies sein, was im Übrigen eine fast notwendige, wenngleich nicht immer hinreichende Bedingung ist, Euch zu – äh – unterrichten.

Prügelstrafe nichts dagegen

Er darf sogar zum Äußersten greifen: Er darf Euch das Handy wegnehmen. Er darf es bis zum nächsten Schultag wegschließen. Sogar am Freitag. Übers Wochenende. Was heißt: D-R-E-I  T-A-G-E  O-H-N-E  S-M-A-R-T-P-H-O-N-E. 72 Stunden kein WhatsApp. Kein Spotify. Kein Gronkh. 4320 Minuten so gut wie abgeschnitten von der Welt.

Wie der Brenner an dieser Stelle anmerken würde: Hilfswort Einsame Insel. Prügelstrafe nichts dagegen!

Das geht doch nicht, sagt Ihr? Bzw. sagte ein 16-Jähriger Neuntklässler (eine Kombination aus Alter und Klassenstufe, die in Berlin, wo im Normalfall mit fünf Jahren eingeschult wird, auf eine exzessiv ausgelebte Neigung des Betroffenen schließen lässt, Lehrkraft und Lehrstoff eher nicht ganz so wichtig zu nehmen; aber das nur am Rande)? Und klagte, nachdem ihm just diese Grausamkeit angetan worden war, gemeinsam mit seinen Eltern gegen die Sekundarschule, die er bis zu dem fürchterlichen Vorfall besuchte. Weil: "Plötzlich unerreichbar". Inkommunicado und, wie die Eltern vorbrachten: in Ehre verletzt und gedemütigt.

(K)Eine Frage der Ehre

Was sollen wir sagen: Und ob das geht! Ist nicht nur unsere Meinung, sondern hat soeben das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. Wir zitieren mal eben die uns am wichtigsten scheinende Passage aus dem Urteil in all seiner rechtsprechenden Sprödheit: "Die fehlende Gebrauchsmöglichkeit des Handys übers Wochenende" stelle "keine unzumutbare Beeinträchtigung seiner Grundrechte dar".

Es ist die gerechte Mindeststrafe für die Blödheit, sich erwischen zu lassen beim verbotenen Handygefummel. Das ist wie früher beim Spicken mit Zettelchen. So lange es keiner merkte, war alles gut. Flog man auf, Pech gehabt. Die Konsequenzen musste man dann tragen. Klaglos. Das war sozusagen eine Frage der Ehre. Und die Demütigung bestand darin, wenn alle merkten, dass man sogar zum Bescheißen zu doof war. Nuts. Aber wie gesagt: Das war früher. (Früher hätte ein Richter, der was auf sich hält, den wegen dieser Nichtigkeit die Justiz behelligenden Eltern noch ein kleines Grundsatzreferat über Erziehungsaufträge mit auf den Heimweg gegeben; aber das ist nur eine nostalgische Hoffnung am Rande.)

Zurück in die Vergangenheit

Apropos früher. Es ist ja keineswegs so, dass wir gar kein Verständnis aufbrächten für die Nöte des jungen Mannes, der so überraschend für so lange Zeit auf sich selbst zurückgeworfen war und wahrscheinlich gar nicht wusste, wohin mit sich, der freien Zeit und seinem Daumen. Wahrscheinlich fühlte er sich ein elend langes Wochenende so deplatziert in seinem Leben wie Marty McFly, der mit seinem DeLorean aus seiner 1985-Gegenwart ins Jahr 1955 zurückkatapultiert wird – ohne Darth Vader, Hardrock und Schraubverschlüsse.

Vor wenigen Tagen haben wir im ARD-Morgenmagazin eine Reportage über West-Virginia gesehen. Dort gibt es ein Funkloch so groß wie Nordrhein-Westfalen. Kein Handy. Kein Internet. Hilfswort Mittelalter. Oder Brandenburg. Es gibt Menschen, die ziehen genau deswegen freiwillig dort hin. Vielleicht wäre dieses Funkloch, läge es nicht so verflucht weit entfernt, auch mal ein schönes Ziel für eine Klassenreise.

Andererseits: In West Virginia hat Donald Trump bei den US-Wahlen 68,5 Prozent der Stimmen bekommen. Es ist eben alles nicht mehr so wie früher. Nicht mal die Vergangenheit. Künftig kümmern wir uns hier doch lieber wieder um die Haltungs-Schäden der Verteidigungsministerin, Schulz rauf, Merkel runter und umgekehrt, die Maut und die Klauenseuche. Handy drauf.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.