VG-Wort Pixel

Aktion für mehr Toleranz "Schalömchen": Köln setzt mit speziell gestalteter Bahn Zeichen gegen Antisemitismus


Die Stadt Köln, die Synagogen-Gemeinde und die Verkehrs-Betriebe haben eine gemeinsame Aktion gegen Antisemitismus gestartet. In den nächsten zwei Jahren fährt eine speziell gestaltete Bahn durch die Domstadt.

Ein großer hellblauer Davidstern und die Worte "Schalömchen Köln – miteinander mittendrin" zieren eine neue Kölner Straßenbahn, die Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Mittwoch voller Stolz vorstellte. Die Domstadt will damit gemeinsam mit den Synagogen-Gemeinden und den Verkehrs-Betrieben ein Zeichen setzten für Demokratie und gegen Antisemitismus.

"Die Bahn ist ein klares Bekenntnis zu unseren jüdischen Kölnerinnen und Kölnern", wird Reker vom WDR zitiert. Sie sei ein Bekenntnis zu unserem jüdischen Erbe. "Diese Bahn macht deutlich: Köln ist ohne seine 1700 Jahre alte jüdische Gemeinde undenkbar." Die speziell gestaltete Bahn fährt nun für zwei Jahre auf den Stadtbahn-Linien 1, 7, 9, 12 und 15 durch Köln.

Köln: Netzgemeinde lobt die Aktion

Im Netz lobten viele Nutzer*innen die gemeinsame Aktion. "Diese Bahn ist ein wundervolles Zeichen der Stadt an die Gesellschaft – gegen Antisemitismus und Gewalt. Danke für diese tolle Unterstützung", schrieb ein User auf Twitter. Ein anderer lobte die Offenheit der Verkehrs-Betriebe: "Einfach klasse, generell zeigen die Betriebe bei ihren Bahn-Beklebungen die Offenheit und Vielfalt von Köln – sei es dieser Wagen oder die Pridewägen."

Anlass für die besondere Gestaltung der Bahn ist das Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, das 2021 bundesweit begangen wird. Die Kölner jüdische Gemeinde ist die älteste in Deutschland. Laut dem WDR stammt aus dem antiken Köln einer der ältesten schriftlichen Belege über jüdisches Leben im heutigen Deutschland. Dabei handelt es sich um ein Dekret von Kaiser Konstantin aus dem Jahr 321 an den Rat der Stadt Köln.

Doch wie in den meisten deutschen Städten erlebte die jüdische Bevölkerung auch in Köln politische und wirtschaftliche Benachteiligungen – und schließlich den Völkermord unter der Nazi-Diktatur im Dritten Reich.

Quellen: WDR / "Kölner Stadtanzeiger"

rpw

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker