Krisenhilfe Menschliche Nähe und Beistand


Der Malteser Hilfsdienst leistet Trauerarbeit an der Unglücksstelle in Bad Reichenhall. Ihre Aufgabe: zuhören, zureden und manchmal auch nur stundenlang schweigen.

Die Feuerwehr suchte mit schwerem Gerät nach den Verschütteten in der Eislaufhalle im oberbayerischen Bad Reichenhall. Erste Hilfe für die Seele der Angehörigen leisteten gleichzeitig 15 Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams des Malteser Hilfsdienstes in Traunstein. Sie begleiteten Eltern zur Identifizierung ihrer toten Kinder, waren dabei, wenn die Polizei eine Todesnachricht überbringen musste und saßen mit Angehörigen zusammen, die immer noch verzweifelt auf ein Lebenszeichen der Verschütteten warteten. "Es geht um menschlichen Beistand", sagte der Malteser-Sprecher der Region, Peter Volk, über die Aufgaben des Teams.

Nach rund elf Stunden im Einsatz kehrten die Malteser-Mitarbeiter "psychisch ausgepowert" nach Traunstein zurück. "Die psychische Belastung war sehr groß. Denn es ging darum, Eltern zu betreuen, deren Kinder verschüttet waren. Bei den Verschütteten handelte es sich ja vor allem um Kinder und Jugendliche", sagte Volk. Die Aufgaben des Malteser Teams habe nun eine Gruppe vom Arbeiter- Samariter-Bund aus München übernommen.

Menschliche Nähe notwendig

Wie Volk berichtete, hatten die Behörden in Reichenhall schon kurz nach dem Unglück ein Betreuungszentrum für die Angehörigen in einer Grundschule nahe der Eishalle eingerichtet. Das Kriseninformationsteam habe sich bemüht, den Angehörigen jeweils die neuesten Informationen über die Rettungsarbeiten zu überbringen. "Oft besteht die Hilfe aber auch nur aus stundenlangem Schweigen. Es geht um menschliche Nähe, darum, dass jemand Zeit hat." Alle Mitglieder des Interventionsteams seien Laien, die aber in Notfallhilfe für traumatisierte Angehörige ausgebildet seien.

DPA DPA

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