Kristina Köhler Premiere als Familienministerin


Mit forschem Schritt und hüpfendem Pferdeschwanz betritt Kristina Köhler (CDU) das Podium bei ihrem ersten großen Auftritt vor Journalisten am Donnerstag in Berlin. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF stellt einen Bericht zur Lage der Kinder vor, Köhler ist Gast, doch eigentlich steht die neue Familienministerin im Mittelpunkt.

Mit forschem Schritt und hüpfendem Pferdeschwanz betritt Kristina Köhler (CDU) das Podium bei ihrem ersten großen Auftritt vor Journalisten am Donnerstag in Berlin. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF stellt einen Bericht zur Lage der Kinder vor, Köhler ist Gast, doch eigentlich steht die neue Familienministerin im Mittelpunkt. Fast 20 Kameras haben sich vor ihr postiert, bald hundert Journalisten wollen sehen, wie sich die 32-Jährige schlägt, die nach nicht einmal zwei Monaten Amtszeit schon viel Kritik einstecken musste.

Doch Köhler ignoriert die Kulisse. Konzentriert hört sie UNICEF-Geschäftsführerin Regina Stachelhaus und Universitätsprofessor Hans Bertram zu, nickt beifällig, lächelt und ergreift dann selbst das Wort. Energie, Interesse und Stärke soll ihre Haltung wohl signalisieren. Wer ihr vor kurzem noch vorgeworfen hatte, zu langsam oder zu wenig präsent zu sein, soll offenbar eines Besseren belehrt werden.

In ihren Ausführungen lobt die junge Ministerin die Arbeit ihrer Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (CDU), beklagt die Situation von Alleinerziehenden und lobt die Männer, die bei der Elternzeit keine Angst mehr hätten, in "den Weichei-Verdacht" zu geraten. Mehrfach spricht sie davon, "intelligente und kluge" Lösungen für Probleme wie das Betreuungsgeld finden zu wollen.

Dennoch muss sich Köhler unangenehmen Fragen stellen. Wieso sie ihren Nachnamen ändern wolle, wenn sie im Februar heiratet, fragt eine Journalistin. Kein Kommentar. Was sie zum Vorwurf sage, sich zu lange eingearbeitet zu haben? "Eine verwunderliche Kritik." Schließlich die Frage, wie sie den Weggang zweier wichtiger Abteilungsleiter aus dem Familienministerium verschmerze. Köhler sagt, sie sei zufrieden mit den neuen Kandidaten und schiebt schmallippig hinterher: "Sie brauchen sich um die Arbeitsfähigkeit des Ministeriums keine Sorgen zu machen." Da klingt sie weit weniger souverän als zuvor. Eine Frage lässt sie danach noch zu - dann muss die neue Familienministerin weg. Natürlich erst, nachdem Köhler vor einigen Kameras noch Einzel-Interviews gegeben hat.

AFP AFP

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