Mutmaßliche Amokfahrt
Auto fährt in Menschengruppe in Leipzig – Verletzte und zwei Tote

Der Ort der mutmaßlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt
Der Ort der mutmaßlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt. Deutlich zu sehen: ein Auto mit beschädigter Front und zersplitterter Windschutzscheibe
© Sebastian Willnow / Picture Alliance

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Ein Mann hat bei einer mutmaßlichen Amokfahrt mit einem Auto in einer Leipziger Fußgängerzone zwei Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen.

Bei einer mutmaßlichen Amokfahrt mit einem Auto in der Leipziger Innenstadt sind am Montagnachmittag zwei Menschen getötet worden. Zunächst war von einem Toten die Rede. Nach Angaben des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung (SPD) gab es zudem mehrere Verletzte, drei davon schwer, als der mutmaßliche Täter aus zunächst unbekannten Gründen sein Fahrzeug in eine Fußgängerzone steuerte.

Nach Polizeiangaben wurde der Fahrer des Wagens widerstandslos festgenommen und befindet sich in Polizeigewahrsam. Es handelt sich um einen 33-jährigen Deutschen. „Der Täter wurde durch uns im Fahrzeug dingfest gemacht“, sagte der Leipziger Polizeipräsident René Demmler. 

Innenminister: mutmaßlich ein „Amoktäter“

Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben von Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) um einen mutmaßlichen „Amoktäter“. Aktuell gingen die Einsatzkräfte davon aus, dass die Stadt Leipzig "sicher" sei, sagte er in Leipzig vor Journalisten bei einem gemeinsamen Pressestatement der Ermittler und der Stadtverwaltung. Eine Amokfahrt sei "hochwahrscheinlich".

Es gebe aktuell "keine Anhaltspunkte für einen weiteren Tatbeteiligten", betonte auch eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft bei dem gemeinsamen Auftritt mit Schuster. Ebensowenig gebe es Hinweise auf weitere Beteiligte.

Die rote Linie zeigt die Grimmaische Straße in Leipzig, wo sich der Vorfall zugetragen hat
Die rote Linie zeigt die Grimmaische Straße in Leipzig, wo sich der Vorfall zugetragen hat
© Google Maps / stern

Kretschmer zu Leipzig: „So eine Tat macht sprachlos“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) reagierte ebenfalls und zeigte sich „zutiefst erschüttert. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung. So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen“, sagte Kretschmer. „Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln.“ Jetzt werde es darum gehen, füreinander da zu sein. „Sachsen hält zusammen.“

Die Polizei hatte zunächst von mehreren Verletzten gesprochen. Die genauen Hintergründe des Geschehens sind noch unklar. „Wir haben noch nicht genau die Motivation, wir wissen noch nichts über den Täter“, sagte Jung.

Ein Polizist steht neben einer abgedeckten Leiche an der Stelle in Leipzig,
Ein Polizist steht neben einer abgedeckten Leiche an der Stelle in Leipzig, wo ein Auto in eine Menschengruppe gefahren ist
© Jan Woitas / DPA

Nach ersten Angaben fuhr der mutmaßliche Täter aus Richtung Augustusplatz kommend über die Grimmaische Straße, eine Einkaufsstraße, bis zum Markt. Auf Bildern war ein graues Auto mit beschädigter Kühlerhaube und zersplitterter Windschutzscheibe vor einem Poller zu sehen. 

Die Polizei hat unterdessen ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon freigeschaltet. Dort können Zeuginnen und Zeugen unter anderem Fotos und Videos hochladen oder Hinweise zum Hergang geben, wie die Beamten in der sächsischen Stadt mitteilten.

Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

AFP · DPA
tis

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