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Corona-Gipfel im Kanzleramt Maskenpflicht, Partys, Reisen: Das sind die neuen Corona-Beschlüsse

Sehen Sie im Video: Maskenpflicht, Feiern, Sperrstunden – Bund und Länder verschärfen Corona-Regeln.




Nach einer Marathonsitzung haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten auf neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie geeinigt. Der Plan sieht zwei Stufen vor: Sobald in einer Region innerhalb einer Woche mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auftreten, wird eine erweiterte Maskenpflicht und Sperrstunden in der Gastronomie empfohlen. Feiern im Familien- und Freundeskreis sollen auf 25 Teilnehmer im öffentlichen Raum und auf 15 Teilnehmer im privaten Raum beschränkt werden. Die Maßnahmen werden dann verpflichtend, sobald die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in einer Region auf über 50 steigt. Dann gilt die verschärfte Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf maximal zehn Personen und die verbindliche Einführung einer Sperrstunde um 23.00 Uhr für Gastronomiebetriebe. Feiern werden in diesem Fall auf zehn Teilnehmer begrenzt. Keine gemeinsame Linie gibt es beim Beherbergungsverbot in vielen Ländern für innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten. Erst am 8. November soll die Maßnahme neu bewertet werden. Reisen sollten aber wenn möglich vermieden werden. Zentrales Element bleibe es, die Kontakte von nachgewiesenen Corona-Infizierten nachzuverfolgen, um die Ausbreitung der Infektion einzudämmen. Dazu sollen die Bundeswehr und die Verwaltungen den öffentlichen Gesundheitsdienst mit Personal unterstützen. Bund und Länder setzten außerdem eine Frist: Wenn der bundesweite Anstieg der Infektionszahlen innerhalb der kommenden zehn Tage nicht zum Stillstand komme, seien weitere Einschränkungen unvermeidlich, so das Papier. Das Robert-Koch-Institut hat am Donnerstag mehr als 6600 neue Infektionen registriert. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.
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Herbst und Winter stehen vor der Tür. Momentan steigen die Corona-Infektionszahlen in Deutschland. Nach einer Mammutsitzung im Kanzleramt haben Bund und Länder neue Maßnahmen beschlossen. 

Bund und Länder ziehen die Zügel wegen der steigenden Corona-Zahlen wieder deutlich an. Im Ernstfall sollen sich wie im Frühjahr wieder nur wenige Menschen treffen dürfen. Schon jetzt soll es strengere Regeln auch in Regionen geben, die bisher nicht als Risikogebiet galten. Hier die Beschlüsse in der Übersicht: 

MASKENPFLICHT: Bei steigenden Infektionszahlen und spätestens ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern soll eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum überall dort gelten, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen.

"Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen" steht in deutscher und englischer Sprache auf einem Aufkleber 
"Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen" steht in deutscher und englischer Sprache auf einem Aufkleber 
© Martin Schutt / DPA

SPERRSTUNDE: Bund und Länder empfehlen, dass in diesen Regionen eine Sperrstunde für die Gastronomie eingeführt wird. Eine Uhrzeit wird nicht genannt.

VERANSTALTUNGEN: In den betroffenen Regionen soll die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen weiter begrenzt werden. Auch hier wird keine Zahl genannt.

PRIVATE FEIERN: Alle Bürger sollen genau abwägen, ob eine private Feier notwendig und vertretbar ist. In Regionen mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelten Teilnehmergrenzen: 25 Menschen im öffentlichen und 15 im privaten Raum. Einige Bundesländer wollen die Beschränkungen für den privaten Raum allerdings nur als Empfehlung formulieren. Sachsen will seine Regeln nicht ändern.

HOTSPOTS: In Regionen mit 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern greifen noch schärfere Regeln. Dazu gehört neben einer Maskenpflicht, dass sich im öffentlichen Raum nur noch 10 Personen treffen dürfen. Die Gastronomie soll ab 23.00 Uhr schließen und keinen Alkohol mehr ausgeben dürfen. Bei Feiern dürfen in der Öffentlichkeit 10 Menschen zusammenkommen, im privaten Raum maximal 10 Leute aus höchstens zwei Haushalten. Veranstaltungen werden auf 100 Teilnehmer beschränkt. 

ULTIMATUM: Kommt der Anstieg der Infektionszahlen mit den genannten Maßnahmen nicht innerhalb von zehn Tagen zum Stillstand, sollen Kontakte strikt reduziert werden: Im öffentlichen Raum dürfen sich dann nur noch fünf Menschen oder Angehörige zweier Haushalte treffen.

INLANDSREISEN: Bund und Länder fordern alle Bürger auf, nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in und aus Gebieten mit hohen Infektionszahlen zu vermeiden. Die derzeit geltenden Einschränkungen für Übernachtungen in Hotels und Pensionen in einigen Bundesländern sollen am 8. November neu bewertet werden.

WIRTSCHAFT: Unternehmen, die erhebliche Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebes hinnehmen müssen, sollen zusätzliche Hilfen bekommen.

SCHNELLTESTS: Der Bund übernimmt die Kosten für regelmäßige Schnelltests von Patienten, Besuchern und Personal in Krankenhäusern sowie Bewohnern, Besuchern und Beschäftigten in Pflege-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen.

AUSLANDSREISEN: Ab dem 8. November sollen neue Regeln für Einreisen aus ausländischen Risikogebieten gelten: Reisende ohne triftigen Reisegrund müssen dann zehn Tage lang Quarantäne, können sich ab dem 5. Tag aber frei testen. Für notwendige Reisen und Pendler soll es Ausnahmen geben.

rw DPA

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