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Mit Familie sparen: Welche Steuervorteile Kinder bringen

Das Leben mit Kindern ist schon teuer genug. Mit ein paar Tricks können Sie als Elternteil viel Geld sparen und Steuervorteile nutzen. Wir erklären Ihnen, wie viel Ihnen zusteht, was ein Entlastungsbetrag ist und wie Sie mit Kindern bei der Altersvorsorge profitieren können.

Über den Entlastungsbetrag können Alleinerziehende Steuervorteile geltend machen

Über den Entlastungsbetrag können Alleinerziehende Steuervorteile geltend machen

Die Liste möglicher Vergünstigungen für Familien oder Alleinerziehende mit Kindern ist lang: Allen voran steht natürlich das Kindergeld. 164 Euro gibt es für die ersten beiden Kinder, 170 Euro für das dritte und für das vierte und jedes weitere 195 Euro. Alternativ gibt es den Kinderfreibetrag und den BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung anzusetzen. Letzterer beträgt 2160 Euro, der Kinderfreibetrag 3864 Euro, zusammen also 6024 Euro. Zum Tragen kommen die Freibeträge, wenn sie einen höheren Steuervorteil bringen als das ausgezahlte Kindergeld. Das ist in der Regel der Fall, wenn der Steuersatz auf über 30 Prozent klettert.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Außerdem besteht noch die Möglichkeit, einen Ausbildungsfreibetrag geltend zu machen, wenn das Kind in der Ausbildung ist, das 18. Lebensjahr vollendet hat und außerhalb wohnt. In diesem Fall können weitere 924 Euro im Jahr geltend gemacht werden.

Für Alleinerziehende gibt es einen weiteren Bonus, wenn sie wirklich ohne weitere erwachsene Person im Haushalt ein Kind großziehen müssen, für das sie Kindergeld bekommen. Der sogenannte Entlastungsbetrag schlägt mit weiteren 1308 Euro jährlich zu Buche und mindert die Steuerlast entsprechend. Seit 2006 können auch Kinderbetreuungskosten wieder großzügiger abgesetzt werden. Die Regelung ist in Einzelheiten sehr kompliziert, grundsätzlich gilt: Zwei Drittel der anfallenden Betreuungskosten werden anerkannt, maximal jedoch 4000 Euro. Begünstigt sind vor allem Eltern, die beide arbeiten und deren Kind unter 14 Jahren alt ist.

Elterngeld nur als Überbrückung

In die Röhre schauen vor allem Alleinerziehende und Eltern, die beide nicht arbeiten und kein Einkommen haben. Sie können die Kosten nur als Sonderausgaben absetzen und nicht wie berufstätige Eltern als Werbungskosten. Wenn kein steuerlich relevantes Einkommen erzielt wird, läuft die Anerkennung der Kosten als Sonderausgaben ins Leere, denn es gibt keine Einkünfte, die durch die Sonderausgaben gemindert werden - und ein Aufsparen der Einkünfte für spätere Jahre, in denen wieder Geld verdient wird, ist bei Sonderausgaben nicht möglich. Auch das neue Elterngeld ist natürlich eine Sozialleistung, die Familien mit Kindern nachhaltig unterstützt. Gezahlt wird das Elterngeld grundsätzlich für maximal 14 Monate, wenn ein Elternteil das Kind alleine großzieht oder aber der Vater ebenfalls für mindestens zwei Monate die Betreuung übernimmt.

Die Höhe des Elterngeldes hängt vom sozialversicherungspflichtigen Gehalt ab, das vorher bezogen wurde. 67 Prozent davon wird weitergezahlt, höchstens 1800 Euro monatlich, mindestens aber 300 Euro monatlich. Wichtig dabei: Das Mutterschaftsgeld gesetzlich versicherter Frauen wird wie der Zuschuss des Arbeitgebers angerechnet und vom Elterngeld abgezogen.

Riesterverträge mit Kinderzulage

Das Elterngeld ist übrigens steuerfrei, wird jedoch in den Progressionsvorbehalt einbezogen, sodass es das übrige Familieneinkommen erhöht. Aufwendungen für die Schulausbildung der Kinder sind eigentlich über das Kindergeld beziehungsweise die entsprechenden Freibeträge abgegolten. Etwas anderes gilt lediglich beim Besuch von Privatschulen. Das dafür fällige Schulgeld können Eltern in Höhe von 30 Prozent als Sonderausgaben absetzen, seit 2008 ist dieser Betrag jedoch begrenzt auf maximal 5000 Euro.

Auch bei der Altersvorsorge können Kinder eine entscheidende Rolle spielen, solange Eltern Kindergeld für den Nachwuchs beziehen. So gibt es für Riesterverträge pro Kind eine Kinderzulage, die 185 Euro jährlich beträgt - bei ab 2008 Geborenen sogar 300 Euro. Diese Zulagen werden neben der Grundzulage direkt auf den Vertrag überwiesen wird, sie stehen im Grundsatz der Mutter zu, können aber auf Antrag auch dem Vater zugeordnet werden.

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