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Heckler & Koch SFP 9: Neue Polizeipistole fällt nach Berlin auch bei Tests in Mecklenburg-Vorpommern durch

Nachdem schon die Polizei in Berlin Probleme mit der neuen Dienstwaffe von Heckler & Koch hatte, stören sich nun auch die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern an einer Lieferung des Waffenherstellers.

Die SFP 9, die neue Dienstpistole der Polizei, gilt als gute Waffe.

Die neue Dienstwaffe der Polizei, die SFP 9, gilt unter Kennern weltweit als hervorragende Waffe. Ein paar Extra-Wünsche bei Bestellungen von Heckler & Koch könnte die Pistole "verschlimmbessert" haben. 

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"Herausfallende Magazine" und Probleme bei der "Treffpunktlage" hatte bereits die Berliner Polizei an der neuen Dienstwaffe SFP 9 von Heckler & Koch bemängelt und nicht für den Einsatz zugelassen. Nun beschweren sich auch die Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern über eine Lieferung des Waffenherstellers. Das ergab eine Anfrage der Linksfraktion an das Innenministerium. 

Lieferung der SFP 9 außerhalb der "Qualitäts-Toleranz"

Wie der NDR berichtet, sind die Gründe dieselben wie in Berlin - demnach treffe die Waffe schlecht und Magazine würden gelegentlich herausfallen:  "Die Pistolen der letzten Lieferung 2018 erfüllen die vertraglich vereinbarten Anschussbedingungen nicht", ging aus der Antwort des Innenministeriums hervor. Die Waffen lägen außerhalb der "Qualitäts-Toleranz", so Innen-Staatssekretär Thomas Lenz von der CDU gegenüber dem NDR. Daher müsse der Hersteller nachbessern. Die gesamte betroffene Lieferung von mehreren hundert Waffen wurde von der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern an den Waffenhersteller Heckler & Koch zurückgesendet und nicht an die Beamten ausgegeben. Wichtig war Lenz zu betonen, dass keine untauglichen Waffen an Polizisten ausgegeben worden seien. Laut des Berichtes des Ministeriums sind momentan 1.433 Exemplare der Waffe SFP 9 im Einsatz, alle seien einwandfrei. 

Grundsätzlich sei man aber sehr zufrieden mit der neuen Dienstpistole. Die funktionstüchtigen Modelle seien rückschlagsarm, träfen sicher und würden wegen ihrer Handlichkeit und der leichten Bedienung gelobt. 

Waren gewünschte Änderungen Grund für die Probleme?

Nach stern-Informationen sind die Probleme mit der Waffe zumindest in Berlin auf einige Extra-Wünsche der dortigen Polizei zurückzuführen. Zum einen wurde demnach der Magazinauswurf verändert, zum anderen der Abzug. Bei der Variante in Berlin muss offenbar mehr mit beiden Händen mehr Kraft aufgebracht werden, um den Abzug zu betätigen als beim Standard-Modell. Dadurch sei es möglich, dass unbeabsichtigt der Auswurfknopf für das Magazin betätigt werde. Außerdem drückt der Schütze die Waffe aus dem selben Grund womöglich unwillkürlich nach unten, was sich auf die Treffgenauigkeit auswirken kann. 

Die bayerische Polizei beispielsweise bestellte hingegen die SFP 9 von Heckler & Koch wie vom Hersteller entwickelt und hatte keinerlei Probleme. 

Umrüstung eigentlich bis 2021 geplant

Die komplette Umrüstung auf die neue Dienstpistole soll nach Plan der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern bis 2021 vollzogen sein. Die SFP 9 ersetzt das bisherige Standardmodell der Beamten, die P6 von Sig Sauer, die aufgrund ihres Alters wartungsanfälliger werde. Der Vorgänger war ungefähr 30 Jahre lang im Einsatz gewesen. Ob der Zeitplan angesichts der auftretenden Probleme allerdings eingehalten werden könne, ist unsicher. 

Cody Wilson und sein "Liberator", eine Plastikpistole aus dem 3D-Drucker


wlk