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Neuer Skandal bei der Bundeswehr: Rohe Leber mit Hefe und Saufen bis zum Erbrechen

Ein neuer Skandal erschüttert die Bundeswehr. Gebirgsjäger mussten rohe Schweineleber mit Hefe essen oder sich vor versammelter Mannschaft ausziehen. Wegen dieser und anderer "Mutproben" schaltete ein Soldat den Wehrbeauftragten Reinhold Robbe ein.

Bei der Bundeswehr gibt es einem Zeitungsbericht zufolge einen neuen Fall von Missbrauch Untergebener. Ein betroffener Soldat beschwerte sich beim Wehrbeauftragten Reinhold Robbe (SPD) über entwürdigende Mutproben und Aufnahmerituale bei den Gebirgsjägern in Mittenwald, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Der Beschwerde zufolge müssten Soldaten bis zum Erbrechen Alkohol trinken und rohe Schweineleber essen, um in einer internen Hierarchie aufsteigen zu können.

Robbe bestätigte der Zeitung die Beschwerde. Nach seinen Erkenntnissen handele es sich um eine "Angelegenheit von offenbar größerer Dimension. Deshalb müsse den Vorwürfen mit Nachdruck und Priorität nachgegangen werden.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlangte im ZDF: "Aufklären, abstellen und Konsequenzen ziehen." Guttenberg hat selbst in Mittenwald seinen Wehrdienst geleistet.

Rollmops mit Frischhefe - damit man sich schneller übergibt

Der Beschwerde zufolge soll es bei den Gebirgsjägern des Bataillons 233 unter den Mannschaftsdienstgraden einen sogenannten "Hochzugkult" geben. In diesem sei man zunächst drei Monate "Fux" und müsse für die "Cheflage" spülen und putzen. Aufsteigen könne man nur, wenn man verschiedene Aufnahmerituale bestehe. So musste sich der Soldat im Sommer 2009 zwei Tage lang außerhalb der Dienstzeit anstrengenden Prüfungen stellen und dabei große Mengen Alkohol trinken. Dabei würden Soldaten auch gezwungen, rohe Schweineleber und Rollmöpse mit Frischhefe zu essen. Die Frischhefe bewirke, dass sich die Betroffenen innerhalb kürzester Zeit heftig übergeben mussten. Auch seien Soldaten gezwungen worden, sich vor Kletterübungen vor den versammelten Kameraden zu entkleiden.

Robbe sprach in diesem Zusammenhang in einer Mitteilung an den Verteidigungsausschuss von Aufgaben, die zum Teil "als erniedrigend und herabwürdigend" anzusehen seien. Offensichtlich würden diese Rituale schon seit Ende der 80er Jahre praktiziert. Vorgesetzte hätten davon Kenntnis gehabt, seien aber nicht eingeschritten. Erste ihm vorliegende Informationen hätten die Eingabe des Soldaten bestätigt, schrieb Robbe demnach an den Ausschuss. Die Rituale hätten sich offenbar über die Jahre herausgebildet und immer weiter gesteigert.

AFP/AP / AP