Cem Özdemir (Grüne) hat die Wahl gewonnen. Er wird vermutlich Nachfolger von Ministerpräsident Kretschmann. Allerdings haben Grüne und CDU jeweils 56 Sitze im Landtag. So verlief der Wahlabend.
Wichtige Updates
Matthias Urbach
Alle Ergebnisse im Detail finden Sie hier. Das war's fürs Erste mit dem Liveblog zur Wahl. Eine gute Nacht!
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Matthias Urbach
Vorläufiges amtliches Ergebnis: Grüne nach Stimmen vorn, aber CDU erzielt genauso viele Sitze im Parlament
Mit hauchdünnem Vorsprung haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Es reicht aber nicht zu einem Vorsprung an Sitzen im Parlament. Das geht aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervor, dass die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Stuttgart mitteilte.
Demnach erreichen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent kommen. Beide Parteien haben damit jeweils 56 Mandate im Landtag.
Auf dem dritten Platz folgt die AfD mit 18,8 Prozent. Die SPD überspringt nur knapp die 5-Prozent-Hürde mit 5,5 Prozent der Stimmen. Die FDP (4,4 Prozent) und die Linken (ebenfalls 4,4) schaffen das nicht.
Demnach erreichen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent kommen. Beide Parteien haben damit jeweils 56 Mandate im Landtag.
Auf dem dritten Platz folgt die AfD mit 18,8 Prozent. Die SPD überspringt nur knapp die 5-Prozent-Hürde mit 5,5 Prozent der Stimmen. Die FDP (4,4 Prozent) und die Linken (ebenfalls 4,4) schaffen das nicht.
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Matthias Urbach
Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour sieht im Wahlerfolg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg ein Vorbild für die Gesamtpartei. Die Wahl sei „eine Blaupause, wie Bündnisgrüne auch bundesweit wieder breiter mehrheitsfähig werden können“, sagte Nouripour dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Özdemirs „Meisterstück“ zeige, „dass grüne Politik Mehrheiten gewinnen kann, wenn sie den Menschen zuhört, sich an ihrer Lebensrealität orientiert und den Platz in der gesellschaftlichen Mitte beansprucht.“ Wichtig sei dabei, so Nouripour, „dem eigenen Spitzenpersonal die nötige Beinfreiheit“ zu gewähren.
Özdemirs „Meisterstück“ zeige, „dass grüne Politik Mehrheiten gewinnen kann, wenn sie den Menschen zuhört, sich an ihrer Lebensrealität orientiert und den Platz in der gesellschaftlichen Mitte beansprucht.“ Wichtig sei dabei, so Nouripour, „dem eigenen Spitzenpersonal die nötige Beinfreiheit“ zu gewähren.
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Eugen Epp
Cem Özdemir erklärt sich zum Wahlsieger
Zu Beginn des Abends hatte Cem Özdemir noch auf die Euphoriebremse getreten, jetzt aber ist auch für den Grünen klar: „Wir haben die Wahl gewonnen.“ Das erklärt er auf der Wahlparty seiner Partei. Als er 2024 seinen Hut in den Ring geworfen habe, hätte nicht viele daran geglaubt, dass so ein Tag wie heute kommen könne. Nun sei er gekommen.
Die Grünen hätten in ihrer langen Geschichte weiß Gott nicht alles richtig gemacht, sagte Özdemir. Diese Wahl zeige, wie viel Zustimmung die Grünen und ihre Themen hätten. „Von daher geht heute Abend auch die Botschaft aus: Abgesänge auf die Grünen, Abgesänge auf unsere Themen waren verfrüht.“
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Eugen Epp
Bis auf zwei Wahlkreise ist in Baden-Württemberg alles ausgezählt, wie der Blick auf die Seite des Statistischen Landesamts zeigt. Demnach dürfte es auch nicht mehr lange dauern, bis das vorläufige amtliche Endergebnis vorliegt. Die absoluten Zahlen zeigen, wie knapp sich die Grünen durchgesetzt haben: Sie liegen aktuell 27.000 Stimmen vor der CDU.
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Eugen Epp
Bei der Wahl seiner Krawatte hat sich Cem Özdemir auf ein bewährtes Vorbild verlassen. Er hat für den Wahlabend den grün-weiß gestreiften Schlips gewählt, den der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Wahlsieg 2011 getragen hatte. Die Krawatte habe er Özdemir geschenkt, sagt Kretschmann. Er dürfe sie auch behalten.
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Eugen Epp
Ein emotionaler Abend: überbordende Freude bei den einen, riesige Enttäuschung bei den anderen. Sehen Sie im Video die unterschiedlichen Reaktionen bei den Parteien auf die Wahlergebnisse.
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Eugen Epp
Großes Thema heute Abend: das Verhältnis der Spitzenkandidaten auf Landesebene zur Bundespartei. Für Cem Özdemir hat es sich ausgezahlt, zur Politik der Grünen im Bund auf Distanz zu gehen. Manuel Hagel hingegen könnte die CDU-geführte Bundesregierung eher geschadet haben. Eine Mitverantwortung von Bundeskanzler Friedrich Merz und dessen Regierung für die knappe Niederlage sieht Hagel aber nicht. Es habe „deutlich Rückenwind” von Merz und der Bundes-CDU in seinem Wahlkampf gegeben, sagt er.
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Eugen Epp
Die Spitzenkandidaten Özdemir und Hagel gewinnen ihre Wahlkreise jeweils deutlich. Manuel Hagel liegt im Wahlkreis Ehingen nach vollständiger Auszählung mit 47,1 Prozent vorn. Noch besser schneidet Cem Özdemir ab. Der Grüne holt in seinem Wahlkreis Stuttgart II 47,9 Prozent.
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Eugen Epp
Cem Özdemir lag in den Umfragen zwischenzeitlich sogar hinter der AfD, hat dann aber noch sämtliche Konkurrenten überholt – mit einer ungewöhnlichen Strategie. Warum sein Triumph bei manchen Grünen auch für ein ungutes Gefühl sorgt, beschreibt meine Kollegin Lisa Becke.
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Eugen Epp
Grüne Jugend kritisiert Özdemir
Alle Grünen freuen sich über das starke Abschneiden von Cem Özdemir. Alle Grünen? Nicht ganz. Aus der Grünen Jugend gibt es auch an diesem freudigen Abend kritische Töne. „Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden-Württemberg. Nach den letzten Wochen mit Cem Özdemir bin ich mir nicht sicher, ob das automatisch das Gleiche heißt“, sagt der Co-Vorsitzende Luis Bobga dem Sender RTL/n-tv.
Bobga sagt, bei ihm bleibe ein „Fragezeichen hängen, ob das am Ende noch grüne Politik ist”. Özdemir könne nicht alleine regieren, sondern müsse das als Teil der grünen Partei machen. „Dazu zählt auch, dass Boris Palmer als sein besserer Kumpel und Trauzeuge eben keine Rolle spielen darf in der Regierungsbildung”, so Bobga.
Transparenzhinweis: Der stern gehört wie RTL und n-tv zu RTL Deutschland.
Bobga sagt, bei ihm bleibe ein „Fragezeichen hängen, ob das am Ende noch grüne Politik ist”. Özdemir könne nicht alleine regieren, sondern müsse das als Teil der grünen Partei machen. „Dazu zählt auch, dass Boris Palmer als sein besserer Kumpel und Trauzeuge eben keine Rolle spielen darf in der Regierungsbildung”, so Bobga.
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Eugen Epp
Hochrechnungen: Grüne und CDU nähern sich an
Der Vorsprung der Grünen in den Hochrechnungen schrumpft. Aktuell liegen sie nur noch bei 30,3 Prozent, während die CDU auf 29,7 Prozent kommt. Dass es tatsächlich noch zu einem Führungswechsel kommt, ist aber ziemlich unwahrscheinlich.
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Eugen Epp
Özdemir wäre der erste Ministerpräsident mit türkischem Migrationshintergrund. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands, Gökay Sofuoglu, sieht darin ein Zeichen für eine „Normalisierung der Gesellschaft". Özdemir verkörpere die Identifikation mit dem Land, sagt Sofuoglu dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Und so wird er unabhängig von seinen politischen Ansichten ein Vorbild für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.”
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Eugen Epp
Cem Özdemir auf Wolke sieben: Vor wenigen Wochen erst heiratete er – mitten im Wahlkampf – seine Frau Flavia Zaka. Heute darf er sich über seinen Wahlsieg freuen. Und bald dürfte er neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg sein.
Cem Özdemir küsst seine Frau Flavia Zaka. Bernd Weißbrod/DPA
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Eugen Epp
Zumindest theoretisch wäre auch eine Koalition zwischen CDU und AfD möglich. AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier ist offen dafür, macht CDU-Mann Manuel Hagel im SWR sogar ein unverhohlenes Angebot: „Vielleicht schaffen wir's ja auch irgendwann mal auf einen Espresso.” Doch Hagel lehnt rigoros ab: „Für mich ist kein Amt der Welt so wichtig, dass ich mich mit Stimmen der AfD dort hineinwählen lasse”, erklärt er.
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DPA · AFP · Reuters