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NRW-Landtagswahl: Rüttgers verliert, FDP holt auf

In Nordrhein-Westfalen ist alles in Bewegung: Nach einer stern-Umfrage gewinnt die FDP zwei Prozentpunkte hinzu, die Grünen verlieren, die Linken sind drin. Stabiler sind die Daten für die Bundesebene.

Gut zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen holt die regierende schwarz-gelbe Koalition in der Wählergunst auf, verfügt aber weiter über keine Mehrheit. In einer neuen Umfrage für den stern verbesserte sich die FDP im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf acht Prozent. Es ist ihr bester Wert seit langem: In allen stern-Umfragen seit Februar hatte sie bei sechs Prozent gelegen. Die CDU gibt einen Punkt ab und kommt auf 38 Prozent. Zusammen hätten die beiden Parteien damit 46 Prozent.

Die SPD hält sich bei 34 Prozent. Die Grünen an Rhein und Ruhr fallen um zwei Prozentpunkte auf neun Prozent und damit unter die Zehn-Prozent-Marke. Die Linke steigt um einen Punkt auf sechs Prozent. Für "Sonstige Parteien" würden sich fünf Prozent der Nordrhein-Westfalen entscheiden.

Die Einbußen für die Grünen haben zur Folge, dass Rot-Grün mit 43 Prozent nunmehr drei Punkte hinter Schwarz-Gelb liegt. Beide Konstellationen hätten bei diesem Wahlergebnis keine Mehrheit. Denkbar wären dann eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken (zusammen 49 Prozent) oder eine große Koalition (zusammen 72 Prozent).

"Stärkere Polarisierung der politischen Lager"

Im Gesprächt mit dem stern sagte Forsa-Chef Manfred Güllner, aufgrund der Plakate, Werbespots und Veranstaltungen der Parteien wüssten nun fast alle Bürger des Bundeslandes, dass sie bald an die Wahlurne gerufen werden. Güllner: "Dies hat zu einer stärkeren Wahrnehmung der politischen Informationen und einer stärkeren Polarisierung der politischen Lager geführt."

Die Abgrenzung der SPD von der Linkspartei hat seiner Ansicht nach bislang zu keiner Abwanderung potentieller Linken-Wähler zur SPD geführt. Die Linken-Wähler seien "Überzeugungswähler", die sich durch koalitionsarithmetische Überlegungen nicht von ihrer Wahlabsicht abbringen lassen. Hinzu komme, dass nur eine Minderheit von 25 Prozent der SPD-Anhänger glaubt, dass ihre Partei nicht mit der Linken koalieren wird. Die klare Mehrheit von 68 Prozent der SPD-Wähler gehe nach den Erfahrungen mit Andrea Ypsilanti in Hessen der NRW-SPD davon aus, dass sie nach dem 9. Mai auch ein Bündnis mit der Linken nicht ausschließt.

Kaum Entwicklung auf Bundesebene

Auf Bundesebene hat sich weniger getan. Zum zweiten Mal in Folge verteidigt die Union in der Wählersympathie ihren bisherigen Jahresbestwert. Im stern-RTL-Wahltrend erzielt sie erneut 36 Prozent. Die FDP hält sich bei acht Prozent, liegt damit aber unverändert weit unter den 14,6 Prozent, die sie bei der Bundestagswahl im September holte. SPD und Linke tauschen einen Punkt: Die SPD steigt auf 24 Prozent, die Linke fällt entsprechend um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent. Wie in den beiden Wochen zuvor kommen die Grünen bundesweit auf 15 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden.

Mit gemeinsam 44 Prozent liegen Union und FDP damit weiter fünf Prozentpunkte hinter SPD, Grünen und Linken (zusammen 49 Prozent).

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