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Attacke in Dresden: Pegida-Demonstranten greifen Journalisten an

In Dresden erhalten die Pegida-Demonstrationen wieder Zulauf. Und die Stimmung wird immer aggressiver. Jetzt wurden zwei Journalisten während des Protests angegriffen.

Pegida-Demo in Dresden

Hetze in Dresden: Die Hemmschwelle für tätliche Angriffe scheint zu sinken

Das Wort "Lügenpresse" ist als Kampfbegriff fester Bestandteil der Pegida-Bewegung. Die war am Montagabend wieder in Dresden auf der Straße. Offizielle Berichte sprechen von rund 7500 Teilnehmern, andere Schätzungen gehen sogar von mehr Menschen aus, die gegen Flüchtlinge und eben die "Lügenpresse" demonstrierten. 

Diesmal kam es allerdings zu einem schweren Zwischenfall. Als der Pegida-Demonstrationszug am sächsischen Landtag vorbeizog, wurden zwei Journalisten angegriffen. Ein Reporter des MDR wurde getreten, einem Fotografen der Lokalzeitung "Dresdner Neueste Nachrichten" (DNN) wurde ins Gesicht geschlagen.

Nach den Reden des Pegida-Gründers Lutz Bachmann und des Schweizer Rechtspopulisten Ignatz Bearth waren die Demonstranten offenbar in einer aggressiven Stimmung. Ein Mann aus dem Demonstrationszug sei auf die Gruppe zugegangen und habe Fragen gestellt, berichtet der angegriffene MDR-Reporter auf der Internetseite des Senders. Die Fragen seien von den Journalisten, die gerade gar nicht arbeiteten, ignoriert worden. Darauf habe der Mann angefangen zu schubsen. Andere Demonstranten eilten hinzu. Der Zeitungsjournalist wurde geschlagen, der MDR-Reporter getreten. Erst als die Angegriffenen um Hilfe riefen, seien Polizisten zu Hilfe gekommen. Die Angreifer flüchteten unerkannt in die Menge.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) verurteilte den Vorfall scharf. "Das ist eine bedrohliche Situation, die wir außerordentlich ernst nehmen", sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Tätliche Angriffe auf Journalisten seien etwas, das "überhaupt nicht geht". Der DJV ermunterte betroffene Kollegen, sich mit Anzeigen zur Wehr zu setzen. Der Verband will prüfen, ob die bei der jüngsten Pegida-Demonstration gehaltenen Reden Straftatbestände erfüllen. "Wenn wir da eine Handhabe sehen, juristisch dagegen vorzugehen, werden wir es tun", sagte Zörner.

tis / DPA