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Protest gegen Rösler Hausärzte machen dicht


Die deutschen Hausärzte sind sauer. Sie bezichtigen Gesundheitsminister Philipp Rösler der Lüge und drohen laut einem Zeitungsbericht mit Praxisschließungen. Grund: Es soll den Hausärzten ans Honorar gehen - und da kennt ihr Verband keinen Spaß.

Patienten in ganz Deutschland müssen sich in den kommenden Wochen auf Praxisschließungen einstellen. Der Bundesvorstand des Deutschen Hausärzteverbandes habe am Mittwochabend in Köln ein entsprechendes Strategiepapier beschlossen, berichtet die "Berliner Zeitung". Unter dem Motto "Lüge - Dieser Minister schadet ihrer Gesundheit" wollen die Mediziner gegen Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) vorgehen, bei Hausarztverträgen zu sparen. Demnach sollen in den kommenden Wochen in den Wahlkreisen von FDP-, CSU- und CDU-Politikern die hausärztlichen Praxen geschlossen werden.

Gleichzeitig soll es bundesweit Demonstrationen und Plakatkampagnen gegen die Politik der schwarz-gelben Koalition geben. "Wir werden der Regierung eine unruhige Sommerpause bereiten", zitierte die Zeitung einen Sitzungsteilnehmer. Zudem bereiteten die Landesverbände die Rückgabe der Kassenzulassungen vor. "Es gibt kaum einen Landesverband, der sich daran nicht beteiligt", hieß es der Zeitung zufolge bei der Versammlung in Köln. Sollten Röslers Pläne umgesetzt werden, wollen die Mediziner dem Strategiepapier zufolge zum 1. Januar 2011 ihre Kassenzulassungen zurückgeben. Rösler steht bei den Ärzten auf dem Index. Er habe ihnen versprochen, dass die Hausarztverträge in der jetzigen Form die kommenden drei Jahre Bestand hätten. Dieses Versprechen sei gebrochen, da die Vergütung nun an das allgemeine Honorarniveau angepasst werden soll. Damit sei die Arbeit als Hausarzt nicht mehr attraktiv. "Wir werden den Leuten klar machen, dass Rösler der Minister ist, der ihnen die hausärztliche Versorgung wegnimmt", hieß es laut "Berliner Zeitung" von Teilnehmern der Konferenz.

AFP AFP

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