HOME

Reaktionen auf Raus Tod: "Ein Vorbild verloren"

Parteiübergreifend trauern Politiker über den Tod von Altbundespräsident Johannes Rau. Er habe sein Motto "Versöhnen statt spalten" nicht nur verkündet, sondern gelebt.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble würdigte als einer der ersten Politiker den Verstorbenen als großen Staatsmann und versöhnlichen Menschen.

Berlins Regierender Bürgermeister

Klaus Wowereit

(SPD) sagte: "Johannes Rau war eine überragende politische Persönlichkeit unseres Landes, er hat für Deutschland gelebt". Der Gedanke der Versöhnung habe Rau geleitet. "So ist er ein großer Freund Israels geworden und hat über die langen Jahre seines politischen Wirkens für unser Land Ansehen und Ehre zurückgewinnen können." Wowereit betonte: "Berlin trauert um seinen Ehrenbürger, Johannes Rau wird unvergessen bleiben."

Für die SPD in Schleswig-Holsteins Landtag sagte der Fraktionsvorsitzende Lothar Hay, Rau habe sich stets für die sozial Schwachen eingesetzt und für ein friedliches Miteinander geworben - weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. "Er hat viel bewegt und vieles gestaltet - die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat ihm viel zu verdanken. Wir verneigen uns vor ihm in Trauer."

Die Hamburger Sozialdemokraten beklagen einen Verlust: "Wir trauern um einen großen Staatsmann und Sozialdemokraten", sagte SPD-Landeschef

Mathias Petersen

. "Besonders hervorzuheben sind seine Verdienste um die Aussöhnung mit Israel", so Petersen. "Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben ein Vorbild verloren."

"Wir verabschieden uns in Respekt vor einem Politiker, für den Verantwortung Richtschnur seines Handelns war", erklärte der SPD-Fraktionschef Michael Neumann. "Mit Johannes Rau verliert Deutschland einen Politiker, der die Politik in Deutschland und die Diskussion in der Gesellschaft unaufdringlich und doch entschlossen geprägt hat."

Die Grünen

zeigte sich betroffen. "Johannes Rau war ein großer Staatsmann, dem Deutschland sehr viel zu verdanken hat", sagten die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Fritz Kuhn am Freitag in Berlin. "Sein Lebensmotto war stets 'Versöhnen statt spalten'. Das hat er uns allen beispielhaft vorgelebt."

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident

Jürgen Rüttgers

(CDU) sagte: "Johannes Rau war ein großer Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dem das Land und seine Menschen viel zu verdanken haben." Rüttgers ordnete für Samstag und Sonntag Trauerbeflaggung vor den Landesgebäuden an. Wegen des Holocaust-Gedenktages waren die Flaggen bereits am Freitag auf Halbmast gesetzt worden.

Auch die CDU Deutschlands wird dem verstorbenen Altbundespräsidenten ein ehrendes Andenken bewahren. Ihr Generalsekretär Ronald Pofalla sagte: "Mit tiefer Betroffenheit haben wir heute vom plötzlichen Tod des ehemaligen Bundespräsidenten und Ministerpräsidenten Johannes Rau erfahren. Mit Johannes Rau ist ein aufrechter Demokrat von uns gegangen, dessen politischer Stil vorbildhaft war. Sein Motto 'versöhnen statt spalten' sagt sehr viel aus über den Menschen Johannes Rau, der auf die Bürger zugehen konnte und die Sorgen und Nöte der Menschen kannte. Er hat immer wieder glaubwürdig vorgelebt, dass unabhängig von parteipolitischen Erwägungen im Mittelpunkt jeder Politik der Mensch stehen muss. Johannes Rau hat sich sein Leben lang vorbehaltlos in die Pflicht nehmen lassen im Dienst für das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesrepublik Deutschland - auch dann noch, als es um seine Gesundheit nicht mehr zum Besten stand. Wir verlieren mit ihm eine Persönlichkeit, die fest begründete Wurzeln im christlichen Glauben besaß. Dieser Glaube war ihm innerer Kompass und Grundlage seiner politischen Entscheidungen."

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Peter Ramsauer erklärt: "Mit Johannes Rau hat die Demokratie in Deutschland eine beeindruckende, prägende Persönlichkeit verloren. An der Spitze seines Heimatlandes Nordrhein-Westfalen und als Bundespräsident hat er die große Leistung vollbracht, Menschen zusammenzuführen, Konsens zu stiften und Vertrauen zu wecken."

Die

CSU-Landesgruppe

bezeugt Johannes Rau Respekt für seine politische Lebensleistung. "Wir trauern mit allen, die ihm nahe standen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen."

Bayerns Landtagspräsident

Alois Glück

(CSU) hat den gestorbenen Altbundespräsidenten Johannes Rau als Politiker und Staatsmann besonderen Ranges gewürdigt. Rau habe maßgeblich zu einem positiven Deutschlandbild in der Welt beigetragen, so Glück. Die Aussöhnung mit Israel sei Rau immer ein besonderes Anliegen gewesen. "Hier hat Johannes Rau Brücken gebaut und Zeichen der Versöhnung gesetzt." Rau habe sein Lebensmotto "Versöhnen statt Spalten" auf vielfältigste Weise überzeugend gelebt.

sh mit Agenturmaterial