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Rente mit 67: SPD-Linke sucht Schlupfloch

20 Sozialdemokraten wollen die Rente mit 67 nur dann einführen, wenn 2010 mehr als die Hälfte der 55- bis 65-Jährigen einer Arbeit nachgehen - dieser Fall ist jedoch wenig wahrscheinlich.

Rund 20 SPD-Abgeordnete wollen die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre an Bedingungen knüpfen. Nur wenn 2010 mehr als die Hälfte der Menschen zwischen 55 und 65 Jahren regulär beschäftigt seien, solle das Rentenalter nach dem Willen der Gruppe angehoben werden, berichtete die "Bild"-Zeitung. Sollte die Forderung umgesetzt werden, sei eine Erhöhung des Rentenalters unwahrscheinlich, weil die Beschäftigungsquote in dieser Altersklasse bei knapp 30 Prozent liege. "Ohne diese Klausel macht eine Verlängerung der Arbeitszeit überhaupt keine Sinn", sagte der SPD-Linke und Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels in der SPD, Ottmar Schreiner, der Zeitung.

Die Proteste seien nicht neu, auch Teile der SPD hätten Zweifel bei dem Vorhaben, erklärte Arbeitsminister Franz Müntefering in der ARD. "Ich bin sicher, wir werden das Gesetz beschließen", sagte er mit Blick auf die kommende Bundestagsabstimmung.

Die Gewerkschaften laufen seit Wochen Sturm gegen die Heraufsetzung des Rentenalters. Das SPD-Präsidium hatte jüngst eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Wege zur sozialen Abfederung der Erhöhung des Renteneintrittsalters finden soll. Das gesetzliche Renteneintrittsalter soll ab 2012 schrittweise bis 2029 von 65 auf 67 Jahre steigen.

Reuters / Reuters
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