HOME

Rumänien-Besuch: Schröder erstmals am Grab seines Vaters

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in Rumänien erstmals das Grab seines 1944 gestorbenen Vaters besucht. Abgeschirmt von der Öffentlichket ging er zu dem Soldatengrab in Siebenbürgen.

Schröder war am Vormittag zum Auftakt seines Rumänien-Besuchesin der Ortschaft Ceanu Mare im Kreis Klausenburg eingetroffen. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit ging er zum Friedhof, wo sein vor 60 Jahren im Zweiten Weltkrieg gefallener Vater in einem Soldatengrab bestattet ist. Schröder hatte darum gebeten, in Stille und ungestört von seinem Vater Abschied nehmen zu können.

Wehrmachtssoldat Fritz Schröder war 1944 gefallen

Der Wehrmachtssoldat Fritz Schröder war 1944 ein halbes Jahr nach der Geburt seines Sohnes in der Nähe des rumänischen Dorfs Ceanu Mare gefallen. Das Grab war vor drei Jahren von der Schwester des Kanzlers, Gunhild Schröder-Kamp, bei Nachforschungen entdeckt worden.

Im Anschluss an den Friedhofsbesuch wollte Schröder, der vom rumänischen Ministerpräsidenten Adrian Nastase in Ceanu Mare begleitet wurde, nach Bukarest zurückfliegen. Erst am Nachmittag wird Schröder sein offizielles Besuchsprogramm in Rumänien beginnen und sich mit Ministerpräsident Nastase und Präsident Ion Illiescu treffen. Dabei wird es wie bei Schröders Bulgarien-Besuch am Freitag vor allem um den für 2007 geplanten EU-Beitritt der beiden Länder gehen. Bulgarien hat die Verhandlungen darüber im Juni abgeschlossen, bei Rumänien sind noch fünf von 31 Kapiteln offen.

14-köpfige Wirtschaftsdelegation reist mit

Schröder wird von einer 14-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Während der Reise sollen nach Regierungsangaben Verträge im Wert von einer Milliarde Euro abgeschlossen werden. Größtes Projekt mit einem Volumen von 650 Millionen Euro ist der Aufbau eines Grenzsicherungssystems in Rumänien, an dem sich der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS beteiligen will. Daneben sollen in Bukarest mehrere Verträge zur Zusammenarbeit im Energiesektor unterzeichnet werden.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia will DaimlerChrysler mit dem Verteidigungsministerium die Lieferung von 112 Militärfahrzeugen vereinbaren. Bis 2017 will der Konzern insgesamt 13.000 Fahrzeuge nach Bulgarien exportieren.

AP/DPA / AP / DPA