HOME

Schulbesetzung in Berlin-Kreuzberg: Polizei schließt Räumung vorerst aus

Noch immer harren gut 40 Flüchtlinge in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule aus, um ein Bleibereicht in Deutschland einzufordern. Die Polizei hält sich weiter zurück und droht mit Einsatz-Abbruch.

Das Tauziehen um die von Flüchtlingen besetzte Schule in Berlin-Kreuzberg geht weiter. "Eine Räumung steht unmittelbar nicht an", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Mittwoch. Der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Hans Panhoff (Grüne), äußerte im RBB-Inforadio die Hoffnung, dass es doch noch zu einer Einigung mit den Flüchtlingen komme.

Das von den Grünen geführte Bezirksamt hatte am Dienstag bei der Polizei eine Räumung des Gebäudes beantragt. Bei einer Einigung ziehe er das Ersuchen zurück, sagte Panhoff am Mittwoch. Es müsse möglichst schnell eine friedliche Lösung geben.

Weiterhin 40 Besetzer in der Schule

In dem mehrstöckigen Haus lebten seit Dezember 2012 rund 200 Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen. Zwischen den Bewohnern kam es immer wieder zu Gewalt. Ein Mann wurde bei einer Messerstecherei getötet. Vergangene Woche hatte der Bezirk die meisten Flüchtlinge in andere Unterkünfte bringen lassen.

Eine Gruppe von mehr als 40 Menschen besetzt das Haus aber weiter und fordert ein Bleiberecht in Deutschland. Seitdem riegeln starke Polizeikräfte die Straßen um die Schule ab. Am Montag hatte die Polizeiführung vom Stadtbezirk ultimativ eine Entscheidung verlangt: Wenn nicht geräumt werde, werde der aufwendige Einsatz beendet.

mod/DPA / DPA