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Schulpolitik: Oettinger will weniger Schulstoff

In der Debatte um das so genannte "Turbo-Abitur" hat sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger noch einmal zu Wort gemeldet. Er plädierte für weniger Schulstoff und mehr Raum für individuelle Freizeitgestaltung.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat erneut Kürzungen beim Schulstoff für das Abitur angekündigt. Der CDU-Politiker sagte in Stuttgart, eine "gewisse Ausdünnung" sei wünschenswert.

Auf konkrete Fächer wollte er sich nicht festlegen, nachdem er vor einer Woche Reduzierungen in den Naturwissenschaften und bei Chemie und Physik anregte.

Mehr Spielraum für andere Aktivitäten

An den Belastungen der Schüler durch das "Turbo-Abitur" hatte es in den letzten Wochen Kritik gegeben. Oettinger sprach sich dafür aus, die Jahreswochenstunden zu reduzieren.

An langen Schultagen sollten in Baden-Württemberg die Hausaufgaben in der Schule erledigt werden können, sagte der Ministerpräsident. Diese Anpassung werde den Jugendlichen mehr Spielraum für außerschulische Aktivitäten ermöglichen und die Situation in den Familien am Abend entlasten.

Gegen Samstagsunterricht und kürzere Ferien

Vorschläge für Änderungen beim Abitur nach zwölf Jahren sollen in den kommenden Monaten von Kultusminister Helmut Rau (CDU) erarbeitet werden. Oettinger bekräftigte seine ablehnende Haltung zur Verkürzung der Ferien und von der Wiedereinführung des Unterrichts am Samstag.

Die Maxime der Landesregierung, Ganztagsschulen bedarfsorientiert einzuführen, gelte weiter. In diesem Jahr böten 846 Schulen in Baden-Württemberg einen ganztägigen Betrieb an. Bis zum Jahr 2014/15 sollten im Land insgesamt 40 Prozent der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen als Ganztagsschulen eingerichtet werden.

msg/DPA / DPA