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Bundesgesundheitsminister Spahn stellt Corona-Impfangebot für alle Deutschen im Sommer in Aussicht

Sehen Sie im Video: Impf-Chaos in vielen Regionen, Hotline überlastet – wie komme ich an einen Termin? Videoquelle: RTL.de


Rentner Josef de Jong lebt in Nordrhein-Westfalen und will sich gegen Corona impfen lassen. Problem: Wie kommt er an einen Termin? Der Rentner macht gemeinsam mit RTL einen Selbstversuch und probiert, einen Impftermin zu ergattern.
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Hat Deutschland zu wenig Corona-Impfstoff bestellt? Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) weist die Kritik zurück – und will möglichst allen Deutschen im Sommer ein Impfangebot machen können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik an der Impfstoffbeschaffung erneut zurückgewiesen. "Zuerst einmal ist es weiterhin aus meiner Sicht richtig, diesen europäischen Weg gegangen zu sein und zu gehen", sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-"heute journal". Man habe von Anfang an auf mehrere Hersteller gesetzt, da nicht klar gewesen sei, wer als Erstes ans Ziel komme. "Dass wir jetzt am Anfang so wenig haben, dass wir priorisieren müssen, hat nichts zu tun mit der Bestellmenge, also wie viel wir bestellt haben, sondern das hat etwas damit zu tun, dass jetzt am Anfang die Produktionskapazität knapp ist."

Weiter bekräftigte Spahn: "Das Ziel ist tatsächlich, dass wir bis zum Sommer jedem ein Impfangebot in Deutschland machen können." Das hänge aber auch davon ab, dass weitere Zulassungen von Impfstoffen erfolgen. Gleichzeitig arbeite man daran, dass die Produktion bei Biontech etwa durch ein neues Werk in Marburg hochgefahren werden könne. 

"Wenn wir es schaffen - und das ist das Ziel mit den Ländern im Januar - alle Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner zu impfen, wenn wir es schaffen in der Folge alle über 75-, alle über 80-Jährigen zu impfen, dann nehmen wir dieser Pandemie schon einen großen Teil ihres Schreckens."

Weiter Kritik an Impfstrategie – Regierung weist Vorwürfe zurück

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland eine Debatte um den schleppenden Impfstart und die Menge des bestellten Impfstoffs gegeben. In Deutschland wird nun möglicherweise ebenso wie in Großbritannien die zweite Corona-Impfung verschoben, um das Präparat zeitnah mehr Menschen verabreichen zu können. Spahn lässt diese Möglichkeit offenbar prüfen, wie aus einem Schreiben seines Hauses hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorliege.

Kritik am Impfstoffbeschaffungsmanagement kam unter anderem vom Koalitionspartner SPD und aus den Reihen der Opposition. Die Bundesregierung verteidigte dagegen das bisherige Vorgehen. 

Länder außerhalb der EU wie die USA und Großbritannien hatten Impfstoffen nach weniger umfangreichen Prüfungen Notfallzulassungen erteilt und begannen deshalb früher mit dem Impfen. Die Umsetzung läuft in Deutschland über die Bundesländer, die jeweils eigene Regelungen haben. "Wir sehen in diesen Tagen, dass es chaotische Zustände gibt", sagte Klingbeil. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, nannte die Beschaffung des Impfstoffes eine "einzige Katastrophe".

Bislang wurden in Deutschland 1,3 Millionen Dosen des Impfstoffes der Mainzer Firma Biontech an die Bundesländer geliefert. Damit werden zunächst Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal versorgt. Bis einschließlich 1. Februar sollen weitere 2,68 Millionen Impfdosen an die Länder verteilt werden. Die Kritiker halten das für zu wenig, Deutschland hätte aus ihrer Sicht jenseits der europäischen Vereinbarungen eine größere Menge des Impfstoffes separat sichern sollen. 

Die Bundesregierung weist diesen Vorwurf zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert verteidigte am Montag die Entscheidung für eine Beschaffung des Corona-Impfstoffs durch die EU. Die Bundesregierung stehe hinter dieser "Grundsatzentscheidung", sagte er. "Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist."

fs DPA AFP

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