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SPD-Spitzenkandidat Jüttner: Schmutzige Wahl-Wäsche in Niedersachsen

In der Liebe und im Wahlkampf scheint alles erlaubt: Der niedersächsische SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner hat über Ministerpräsident Christian Wulffs Privatleben gelästert. Auch Jüttners Frau beteiligte sich am Tratsch - und empörte sich besonders über Wulffs verlottertes Eheleben.

In der heißen Phase des Wahlkampfes in Niedersachsen hat SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner ein Tabu gebrochen: Elf Tage vor der Wahl griff er das Privatleben von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) an. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen", sagte Jüttner der Zeitschrift "Bunte" mit Blick auf Wulffs Trennung von seiner Frau und früher gemachte Äußerungen.

Die niedersächsische CDU kritisierte die "SPD-Schmutzkampagne". Jüttner sagte dem Blatt zufolge, Wulff selbst habe sich für seine Wahlniederlagen gegen Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) mit hämischen Kommentaren über dessen Trennung von Ehefrau Hiltrud gerächt. "Die Wähler werden sich über Schröders persönliche und politische Unzuverlässigkeit Gedanken machen", habe Wulff damals erklärt, sagte der SPD-Spitzenkandidat.

"Eine weitere Stufe der SPD-Schmutzkampagne"

Jüttners Frau fügte hinzu, dass Wulff für sich nun andere Maßstäbe setze. "Er hat kein Problem, sich von seiner Frau 'Knall auf Fall' zu trennen und gleichzeitig eine neue Frau zu präsentieren - die jetzt ein Kind erwartet, obwohl er nicht geschieden ist", sagte Marion Jüttner-Hötker, die seit 35 Jahren mit dem niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten verheiratet ist. Sie räumte ein, bei öffentlichen Auftritten sei ihr der Ministerpräsident nicht unsympathisch. "Aber wie Herr Wulff sich zum Teil politisch und privat verhält, da bin ich froh, dass er nicht mein Schwiegersohn ist", sagte sie. Der niedersächsische CDU-Generalsekretär Ulf Thiele wies die Angriffe auf das Privatleben Wulffs als "eine weitere Stufe der SPD-Schmutzkampagne" zurück.

Der Ministerpräsident habe seine private Situation offengelegt. Die "Diffamierungen" der SPD so kurz vor der Landtagswahl richteten sich selbst. "Jüttner ist am Ende", betonte Thiele. Wulff hatte im Sommer 2006 die Trennung von seiner Frau Christiane nach 18 Jahren Ehe bekanntgegeben und seine neue Lebensgefährtin Bettina Körner vorgestellt. Sie erwartet ein Kind von ihm.

Am 27. Januar ist in Niedersachsen Landtagswahl. Der seit fünf Jahren mit einer CDU/FDP-Koalition regierende Wulff scheint fest im Sattel zu sitzen. In Umfragen lag die CDU mit 44 Prozent zwar unter ihrem letzten Landtagswahlergebnis (48,3 Prozent), aber immer noch zehn Prozentpunkte vor der SPD. Den Sozialdemokraten stellten die Demoskopen 34 Prozent in Aussicht nach 33,4 Prozent 2003. Der FDP werden rund sieben Prozent (8,1 Prozent) prognostiziert, den Grünen sieben oder acht Prozent (7,6 Prozent).