SPD-Urgestein Karl-Heinz Funke legt seine Ämter nieder


Der wegen eines Zuschusses zu seiner Silberhochzeit in die Kritik geratene ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück.

Der wegen eines Zuschusses zu seiner Silberhochzeit in die Kritik geratene ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück. Der SPD-Politiker kündigte im Programm des Radiosenders NDR 1 Niedersachsen am Mittwoch die Rückgabe seiner Mandate im Kreistag des Landkreises Friesland und im Rat seiner Heimatstadt Varel an. Der Rückzug geschehe aus persönlichen Gründen und im Interesse seiner Familie, sagte der 63-jährige Landwirt dem Sender.

Die örtliche SPD regagierte mit Erleichterung auf Funkes Rückzug. "Wer sich seinen Silberhochzeit mit 8.000 Euro von Gebührenzahlern bezahlen lässt, muss seine kommunalen Ämter aufgeben", sagte der SPD-Kreisvorsitzende Olaf Lies. Funke selbst habe ihm gegenüber schon am Dienstagabend in einem Gespräch den Verzicht auf die Mandate angekündigt, fügte der niedersächsische Landtagsabgeordnete hinzu.

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag von Friesland, Ulrike Schlieper, betonte, Funke habe zwar viele Fehler gemacht, aber er sei Sozialdemokrat und könne dies auch blieben. "Ich bin erleichtert, dass er einen Schlussstrich gezogen hat", sagte sie.

Gegen den 63-jährigen ehemaligen Landwirtschaftsminister ermittelt mittlerweile die Zentralstelle für Korruptionsdelikte der Staatsanwaltschaft Osnabrück wegen des Verdachts der Untreue. Funke hatte zu seiner Silberhochzeit im Jahr 2007 einen Zuschuss in Höhe von 8.000 Euro vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) erhalten. Der SPD-Politiker war deswegen im Dezember vom Amt des OOWV-Vorstehers zurückgetreten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen den ehemaligen Geschäftsführer des Wasserverbandes. Dieser soll den Zuschuss an Funke ermöglicht haben und in den Genuss von Gehaltserhöhungen gekommen sein, die der OOWV-Vorstand nicht genehmigt haben soll. Funke war unter Bundeskanzler Gerhard Schröder Bundeslandwirtschaftsminister.

APN APN

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