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SPD-Wahlkampfleitung Gabriel soll Nahles entmachtet haben


Für die FDP endet ein desaströses Jahr im Umfragetief. Im neuen stern-RTL-Wahltrend kommen die Liberalen auf drei Prozent.

SPD-Chef Sigmar Gabriel will den Wahlkampf seiner Partei für die Bundestagswahl 2013 einem Zeitungsbericht zufolge selbst führen. Gabriel habe bei einem Strategietreffen kurz vor dem SPD-Parteitag Anfang Dezember mit Generalsekretärin Andrea Nahles sowie Vertretern eines großen Meinungsforschungsinstituts und der SPD-Wahlkampfagentur über den Kurs der Partei beraten und Nahles die Wahlkampfführung entzogen, berichtet die "Bild am Sonntag" ("BamS").

Gabriel bezeichnete den "BamS"-Bericht dagegen als "Quatsch. "Da hat wohl jemand zu lange Silvester gefeiert", sagte er dem "Tagesspiegel". Auch Nahles widersprach der Darstellung: "Diese Meldung ist falsch. Es ist keine Entscheidung gefallen", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung".

Laut "Bild am Sonntag" soll Gabriel bei der vertraulichen Sitzung erklärt haben, er selbst werde die Leitung des Wahlkampfes der SPD für die Bundestagswahl übernehmen. Die Ankündigung sei ohne vorherige Rücksprache mit Nahles erfolgt, hieß es. Vertraute Gabriels nannten als Grund für Nahles' Teilentmachtung dem Bericht zufolge, der SPD-Chef traue ihr den Bundestagswahlkampf "schlicht nicht zu".

Seehofer erwartet Lagerwahlkampf der SPD

CSU-Chef Horst Seehofer sagte dem Blatt, er rechne damit, dass Gabriel selbst Kanzlerkandidat werden wolle und daher frühzeitig einen Lagerwahlkampf für die Bundestagswahl ausgerufen habe. "Ich verstehe, dass Sigmar Gabriel in einem Lagerwahlkampf die einzige Chance sieht, Kanzlerkandidat seiner Partei zu werden", meinte Seehofer.

Der bayerische Ministerpräsident machte gleichzeitig klar, dass die CSU weder in Bayern noch im Bund einen Lagerwahlkampf führen wolle: "Jede Partei sollte auf die eigene Kraft setzen und für sich um Zustimmung und Vertrauen der Bevölkerung werben."

mad/AFP AFP

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