VG-Wort Pixel

stern-RTL-Wahltrend Schlechtes Zeugnis, aber großer Vorsprung für Schwarz-Gelb

Maues Abschlusszeugnis für die Regierung Merkel: Am Ende der Legislaturperiode bewertet nur eine Minderheit der Deutschen die Regierungsarbeit positiv. Der erneute Wahlsieg scheint dennoch abgemacht.

Sie führe "die erfolgreichste Bundesregierung seit der Wiedervereinigung" hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal von der Arbeit der schwarz-gelben Koalition geradezu geschwärmt. Für derartigen Jubel sehen die Wähler insgesamt allerdings keinen Grund. Am Ende der Legislaturperiode steht für die zweite Regierung Merkel die eher maue Durchschnittsnote 3,4. An den seit Wochen glänzenden Aussichten für die kommende Bundestagswahl ändert das aber nichts. Im aktuellen stern-RTL-Wahltrend liegen Union und FDP mit gemeinsam 46 Prozent vor den Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke, die zusammen auf 45 Prozent kommen. Da SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein rot-rot-grünes Bündnis kategorisch ausgeschlossen hat, beträgt der Vorsprung sogar satte zehn Prozentpunkte - auf Rot-Grün.

Nur jeder hundertste Bürger vergibt laut einer repräsentativen stern-Umfrage die Note "sehr gut" an die Koalition. Vier Prozent sagen kategorisch: Setzen, sechs! Dazwischen gibt es allerhand maue Durchschnittsnoten: von 3,4 für den Umgang mit der Eurokrise bis 3,8 für die Steuerpolitik. Anhänger von CDU und CSU vergeben die milde Durchschnittsnote 2,8. Berauschend ist das alles nicht, die Versetzung scheint aber dennoch nicht gefährdet.

Kaum Bewegung im Wahltrend

Gegenüber der Vorwoche gab es im Wahltrend von stern und RTL wenig Veränderung. Die Union und die Sozialdemokraten verharren bei 41 beziehungsweise 22 Prozent, die Liberalen bei 5 Prozent. Die Grünen verloren einen Punkt und erreichen nun 14 Prozent, die Linke kann einen Punkt gewinnen und kommt auf 9 Prozent.

Der Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" wollen 2 Prozent der Wähler ihre Stimme geben. Die Piraten kommen auf den gleichen Wert. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 31 Prozent.

Aussichten für FDP sind gut

Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 56 Prozent (-1) von ihnen für Angela Merkel und 19 Prozent (-1) für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück entscheiden. 25 Prozent antworteten mit "keinen von beiden".

Manfred Güllner, Chef des Umfrage-Insituts Forsa sagte dem stern, die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass "die FDP auch bei der Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde nehmen wird". Zwar hätten die Freidemokraten keinen festen Wählerstamm wie die Grünen, "doch es dürfte genügend Deutsche geben, die eine liberale Partei als notwendig ansehen". Auch die SPD könne unter den noch unentschiedenen Wählern Stimmen gewinnen, indem sie "an die Loyalität zur Sozialdemokratie appelliert". Die Union dagegen habe ihr Anhänger bereits weitgehend hinter sich gesammelt.

Datenbasis für Wahltrend: 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 24. bis 28. Juni 2013, die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Institut: Forsa, Berlin; Auftraggeber: stern und RTL.

jr/dho

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker