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stern-Umfrage: Mach's noch einmal, Schäuble

Welche Minister sollen nach dem Willen der Deutschen ihr Amt behalten? Der stern hat nachgefragt: Vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble ist beliebt, gefolgt von Ursula von der Leyen.

Dem neuen Bundeskabinett, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) demnächst zusammenstellen wird, sollte nach Meinung der Bundesbürger vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble wieder angehören. 72 Prozent sprachen sich in einer Umfrage für den stern dafür aus. Gefragt wurden die Bürger, welche Unionsminister sie auch künftig in der Regierung sehen wollen. Schäuble war bereits unter Kanzler Helmut Kohl Innenminister, unter Merkel war er erst Innen-, dann Finanzminister. Dass der 71-Jährige im Amt bleiben sollte, meinen mehrheitlich die Anhänger aller im neuen Bundestag vertretenen Parteien.

Großen Rückhalt in der Bevölkerung hat auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. 61 Prozent wünschen, dass sie auch dem dritten Kabinett Merkel angehört. Von der Leyen wird mehrheitlich auch von den Wählern der SPD und Grünen akzeptiert. Für einen Verbleib von Verteidigungsminister Thomas de Maizière plädieren 55 Prozent der Bürger. Fast ebenso viele (54 Prozent) möchten, dass Peter Altmaier weiter das Umweltministerium führt.

CSU-Minister sind weniger beliebt

Die übrigen Unionsminister könnten in den Augen der Bürger beim anstehenden Kabinettsroulette durchaus ausgetauscht werden. Nur 49 Prozent würden an Bildungsministerin Johanna Wanka festhalten und lediglich 47 Prozent an Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Dass Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erneut vereidigt wird, wollen nur 45 Prozent. 38 Prozent hätten sich gewünscht, dass Familienministerin Kristina Schröder im Amt bleibt - sie hat jedoch bereits ihren Rückzug angekündigt. 31 Prozent würden gern sehen, wenn Kanzleramtsminister Ronald Pofalla erneut ins Kabinett berufen würde.

Auf die Zusammensetzung ihres neuen Kabinetts hat die Kanzlerin allerdings keine unbeschränkte Entscheidungsbefugnis. Über die Zukunft der CSU-Minister entscheidet vor allem CSU-Parteichef Horst Seehofer. Auch auf das Personal ihres noch zu findenden Koalitionspartners hat sie wenig Einfluss.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 18. und 19. September 2013 für den stern 1003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Matthias Weber / print