HOME

Strafbefehl: Holocaust-Leugner Williamson muss wieder vor Gericht

Bischof Richard Williamson ist erneut wegen Volksverhetzung angeklagt. 2008 hatte er den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten.

Der Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson hat gegen den Strafbefehl des Amtsgericht Regensburg Einspruch eingelegt. Darin wird dem Bischof erneut Volksverhetzung vorgeworfen. Das Hauptverfahren werde voraussichtlich im kommenden Jahr in Regensburg stattfinden, sagte ein Gerichtssprecher. Der Fall Williamson hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt.

Eine erste Verurteilung des Bischofs hatte das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg im Februar wegen Verfahrensmängeln kassiert. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl überarbeitet. Es geht um einen Betrag von maximal 6500 Euro (100 Tagessätze zu je 65 Euro).

Mord an sechs Millionen Juden bestritten

Der heute 72-jährige Williamson hatte 2008 im Interview mit einem schwedischen Fernsehsender im Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen bei Regensburg den Mord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten.

Gegen einen ersten Strafbefehl hatte Williamson ebenfalls Einspruch eingelegt. Zwei Gerichte hatten den Bischof wegen Volksverhetzung verurteilt, ehe das OLG das Urteil aufhob. Auch in der Neuauflage ist mit einem Gang durch sämtliche Instanzen zu rechnen. Williamson muss selbst nicht vor Gericht erscheinen.

pas/DPA / DPA