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Streit unter den Linken: "Großmaul!" "Luzifer!" "Scheinriese!"

Zwischen der SPD und der Linkspartei führt der Kampf um Wählerstimmen zu wüsten Wortegefechten: Linksfraktion-Chef Oskar Lafontaine bezeichnet Vizekanzler Franz Müntefering als "Großmaul". Die SPD nennt Lafo einen "Scheinriesen" und "Luzifer".

Sozialdemokraten und Linkspartei setzen ihren Schlagabtausch im Wettbewerb um künftige Wähler mit zunehmender Härte fort. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine, und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) starteten scharfe persönliche Angriffe.

Lafontaine warf der SPD im Deutschlandfunk vor, sie habe ihre Prinzipien aufgegeben und müsse mittlerweile "Sozialabbau- Partei Deutschlands" genannt werden. Die SPD stehe für eine "Zerstörung der Rentenformel, die Beraubung der ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und für die Beteiligung Deutschlands an völkerrechtswidrigen Kriegen". Lafontaine nannte Bundesarbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) ein "Großmaul" und warf ihm "intellektuelle Defizite" vor.

Umweltminister Gabriel forderte seinerseits die SPD zu einem härteren Umgang mit Lafontaine und der Linkspartei auf. Er bezeichnete den Linksfraktions-Chef wegen dessen Kritik am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan als "Helfershelfer der Taliban".

"Die SPD muss kämpfen um die Deutungshoheit über das, was wir links nennen", sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Seine Partei solle mutig die Auseinandersetzung mit Lafontaine suchen. Gabriel: "Hab' bloß keine Angst, SPD: Lafontaine ist der Scheinriese der deutschen Politik, wie der Tur-Tur aus der Augsburger Puppenkiste. Je näher man ihm kommt, desto kleiner wird er."

"Oskar Lafontaine kann wie der gefallene Engel Luzifer nur noch zerstörerisch wirken", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ludwig Stiegler gegenüber "Spiegel Online". Über seinem Tun liege der "Fluch der Spaltung der Arbeiterbewegung, die in der deutschen und europäischen Geschichte nur Unheil angerichtet hat."

san/DPA / DPA