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Tag der Deutschen Einheit Manuela Schwesig warnt vor neuer deutscher Spaltung - wie sehen Sie das?

Manuela Schwesig
Manuela Schwesig warnt vor dem Tag der Deutschen Einheit vor einer neuen gesellschaftlichen Spaltung in Deutschland
© Odd Andersen/AfP
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat vor dem Tag der Deutschen Einheit vor einer neuen gesellschaftlichen Spaltung gewarnt. Auch andere Politiker meldeten sich zu Wort. Wie ist Ihre Meinung? Stimmen Sie ab.

Die Bundestagswahlen wirken noch nach, da steht der jährliche Tag der Deutschen Einheit an. Anlass genug für einige Politiker, auch 27 Jahre nach der Wende einmal näher auf den Stand der Wiedervereinigung und das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen zu schauen.

Manuela Schwesig etwa hat vor einer neuerlichen gesellschaftlichen Spaltung in Deutschland gewarnt. „Seit der Deutschen Einheit sind viele Gegensätze zwischen Ost und West überwunden worden. In den letzten Jahren gibt es aber neue Konflikte in unserer Gesellschaft“, zitiert die „Schweriner Volkszeitung“ die mecklenburg-vorpommersche Ministerpräsidentin. SPD-Politikerin Schwesig fordere eine Stärkung des demokratischen Dialoges und eine klare Abgrenzung gegenüber extremistischen Tendenzen, schreibt das Blatt.

Umfrage zum Tag der Deutschen Einheit

Stanlislaw Tillich, CDU-Ministerpräsident von Sachsen, wehrte sich indes dagegen, den Osten als Hochburg rechter Kräfte in Deutschland vorzuverurteilen. Angesichts niedriger Einkommen seien Zukunftsängste in den neuen Bundesländern besonders stark. Die AfD hatte bei der Bundestagswahl in Sachsen mit 27 Prozent den größten Anteil der Zweitstimmen erhalten. Deutschlandweit wurden die Rechtspopulisten mit 12,6 Prozent drittstärkste Kraft. Im Osten lag der Anteil laut Bundeswahlleiter bei 21,9 Prozent, im Westen bei 10,7 Prozent.

Auch Bundesratspräsidentin Malu Dreyer sperrte sich dagegen, den Erfolg der AfD als alleiniges Problem des Ostens zu bewerten. Natürlich sei das Wahlergebnis "schmerzlich", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Aber ich halte es für verfehlt, daraus eine Debatte zu machen, ob der Osten und der Westen richtig zusammengewachsen sind." Dreyer fügte hinzu: "Die AfD fordert uns alle heraus - im Osten wie im Westen." Im Bayerischen Rundfunk gab die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin zu bedenken, dass die Wiedervereinigung den Menschen in den neuen Bundesländern viel mehr abverlangt habe, als den Westdeutschen.

Merkel: AfD ist gesamtdeutsches Problem

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die AfD ebenfalls als gesamtdeutsches Problem, wie sie in ihrem Video-Podcast vor dem Tag der Deutschen Einheit sagte. „Wir haben natürlich auch in Teilen der westlichen Länder eine erstarkende AfD. Wir sehen solche Sorgen vor der Globalisierung, vor der Anonymität, vor schlechterer Versorgung im Grunde auch in den alten Ländern. Und deshalb heißt es, hier gesamtdeutsch dagegen vorzugehen“, so die CDU-Politikerin.

rös/dpa

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