Terrorgefahr am Tag der Einheit Berlin erhöht Sicherheitsvorkehrungen


Die Drohvideos aus den vergangenen Wochen zeigen Wirkung: In Berlin verschärft die Polizei ihre Sicherheitsmaßnahmen zum Tag der Einheit, nachdem auch schon zur Bundestagswahl und auf dem Münchner Oktoberfest verstärkt Beamte patrouillierten.

Aus Furcht vor Terroranschlägen hat die Polizei in Berlin die Sicherheitsmaßnahmen für die Feiern zur Deutschen Einheit rund ums Brandenburger Tor verschärft. Am 3. Oktober sind deutlich mehr Sicherheitskräfte vor Ort, wie Innensenator Ehrhart Körting sagte. "Alle Polizisten wurden noch einmal sensibilisiert, auf verdächtige Personen und Fahrzeuge zu achten", zitierte "Spiegel Online" den SPD-Politiker. Erwartet werden Hundertausende Besucher.

Körtings Sprecherin Nicole Rothermel sagte der Nachrichtenagentur AP, das Sicherheitskonzept werde an die Lage angepasst, dazu gehörten gezielte Straßenabsperrungen oder Personenkontrollen. Die Zahl der Einsatzkräfte wollte sie nicht nennen. Die Sicherheitsmaßnahmen waren bereits vor der Bundestagswahl sichtbar gestiegen. Die Schutzpolizisten vor Botschaften und jüdischen Einrichtungen sichern die gefährdeten Gebäude zurzeit mit Maschinenpistolen im Anschlag, zusätzlich zur sonst üblichen Bewaffnung mit Pistolen.

Herrenloser Koffer sorgt für Aufregung

Wie ernst die Lage eingeschätzt wird, zeigte am Freitagmorgen der Fund eines herrenlosen Koffers im Berliner Hauptbahnhof. Sofort ordnete die Polizei eine Teilsperrung an, Züge wurden umgeleitet. Spezialkräfte der Polizei öffneten den Hartschalenkoffer schließlich mit Wasserdruck, fanden aber keine gefährlichen Substanzen, sondern nur persönliche Habseligkeiten.

Rothermel sagte, die "Sensibilisierung" der Polizisten gelte bereits seit Anfang der Woche und beziehe sich vor allem auf den öffentlichen Personenverkehr. Konkrete Hinweise auf Anschläge gebe es aber nicht. Ähnlich äußerte sich eine Polizeisprecherin. Die Polizei arbeite entsprechend der aktuellen Gefahrenlage. Mit dem Veranstalter sei abgesprochen, das Gelände rund um das Brandenburger Tor und der Straße des 17. Juni zu umzäunen und an den Eingängen Personen zu kontrollieren.

Potenzielles Ziel mit Symbolwert

Nach Informationen von "Spiegel Online" befürchten die Behörden, das Fest sei wegen der hohen Besucherzahlen und seines Symbolwerts ein potenzielles Ziel für Terroristen. Die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen sei nach Auswertung mehrerer Drohvideos gegen Deutschland beschlossen worden. In einem Video, in dem ein deutschsprachiger Kämpfer aus Afghanistan spricht, werde auch ein Bild des Brandenburger Tors eingeblendet. Außer Berlin äußerte auch das Saarland Sorgen um die Sicherheit bei der offiziellen Feier des Jahrestags in Saarbrücken. Deswegen hätten die dortigen Behörden mehrere Polizei-Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung angefordert.

Aus Sorge vor Terroranschlägen hatte bereits die Münchner Polizei vor wenigen Tagen zusätzlich zum Sicherheitsgürtel rund um das Oktoberfest ihre Kontrollen auf dem Hauptbahnhof massiv verschärft. Bis zum Ende der Wiesn am kommenden Sonntag sind die Schließfachanlagen am Hauptbahnhof gesperrt. Zudem soll es mehr und intensivere Personen- und Gepäckkontrollen geben. Hintergrund ist, dass islamistische Terroristen mehrere Drohvideos veröffentlicht und in zwei davon Bezug auf das größte Volksfest der Welt genommen hatten.

AP/Reuters AP Reuters

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