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Terrorgefahr: Die islamistische Szene in Deutschland

Deutschland ist nach Einschätzung von Sicherheitsexperten längst ein Rückzugsraum von islamistischen Terroristen. Wie viele potenzielle Attentäter sich hierzulande aufhalten, ist unklar. Schätzungen lassen aber das Ausmaß der potentiellen Gefahr erahnen.

Insgesamt leben in Deutschland mehr als drei Millionen Muslime. Davon sind nach dem jüngsten Verfassungsschutzbericht rund 32.150 in islamistischen Organisationen aktiv. Der "harte Kern" von gefährlichen "Mudschaheddin" ("Kämpfer des Heiligen Kriegs") wird von Experten auf mehrere hundert geschätzt. Genauere Zahlen gibt es offiziell nicht.

Die Zeitung "Die Welt" berichtete am Donnerstag von einer Liste des Bundeskriminalamtes (BKA), auf der sich die Namen von 890 gefährlichen Islamisten befinden sollen. Das BKA wollte diese Zahl aber nicht bestätigen. Andere Schätzungen gehen von 300 bis 400 "Gefährdern" aus. Im Verfassungsschutzbericht heißt es dazu nur: "Zu den in Deutschland in internationale "Mudschaheddin"-Netzwerke eingebundenen Personen liegen keine gesicherten Zahlen vor."

28 radikal-islamische Gruppierungen

Insgesamt führt der Verfassungsschutz 28 Gruppierungen auf, die radikal-islamische Positionen vertreten. Mit Abstand die größte Gruppe ist die türkische Organisation "Islamische Gemeinschaft Milli Görus" (IGMG), die allein 26 500 Mitglieder hat.

Ungeachtet ideologischer Übereinstimmungen unterscheiden sich die islamistischen Organisationen in ihrem Verhältnis zur Gewalt. Dabei werden nach Einschätzung des Verfassungsschutzes die Extrempositionen von der IGMG markiert, die Gewalt ablehnt, und Anhängern der Terrorgruppe El Kaida, die sich offen zur Ermordung westlicher Bürger bekennt. Die jetzt festgenommenen drei Verdächtigen werden der Islamischen Dschihad-Union zugerechnet, die nach BKA-Einschätzung in engem Kontakt mit El Kaida steht.

DPA / DPA