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Thilo Sarrazin wehrt Kritik ab: "Die SPD soll erst mal mein Buch lesen"

Er sieht aus wie ein braver Beamter, ist aber einer der größten Provokateure der Republik: Thilo Sarrazin, Schrecken aller Migranten (und seiner Partei). Jetzt hat er sein neues Buch vorgestellt.

Ein Ortstermin von Hans Peter Schütz

Nein, er kam nicht in Springerstiefeln und Bomberjacke. So leicht machte Thilo Sarrazin es der knappen Hundertschaft von Demonstranten nicht, die am Montag vor dem Gebäude der Bundespressekonferenz in Berlin angetreten war, um gegen den vermeintlichen Rassisten und Neonazi mit gebührendem Eifer zu protestieren. Er trug den einem Vorständler der Bundesbank angemessenen mittelgrauen Bankiersanzug mit mittelfarbigem Schlips. So wird er auch künftig auftreten. Die Bundesbank jedenfalls will ihn nicht rauswerfen.

So einer soll ein Buch geschrieben haben, das die Bundeskanzlerin empört, die SPD aufschreckt, die Historiker vor Antisemitismus und Kulturrassismus warnen und die rechtsradikale NPD freudig erregt juchzen lässt? An jedem Portier eines jeden Finanzamtes bundesweit käme dieser Mann jederzeit unkontrolliert vorbei. Eben ein biederes Beamtlein auf dem Weg ins Büro.

Und doch, es war die spektakulärste Buchvorstellung, die Berlin seit Jahren erlebt hat. In einem Nebenraum der Bundespressekonferenz drängten sich 50 Fotografen, mindestens, 25 Fernseh-Teams und zwei Hundertschaften Journalisten, Sarrazin-Fans und Sarrazin-Verächter. Unter ihnen auch Michel Friedman, heute Kolumnist, früher stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Polizeischutz für Sarrazin

Die Zahl der Rezensions-Bücher reichte nicht mal für ein Drittel der Gäste. Alles lief unter Polizeischutz. Den gibt es im Pressehaus nicht mal, wenn die Bundeskanzlerin zur Pressekonferenz bittet. Ein Medienhype ohnegleichen.

Und das ganze Spektakel für ein Buch, das 465 Seiten, 538 Fußnoten und ein halbes Hundert Tabellen und Schaubilder umfasst. Das hoch wissenschaftlich daher kommt. Und das unter dem Titel "Deutschland schafft sich ab" mit einer kühnen These aufwartet. Sarrazin vor seinem Publikum: "Nach einer mehr als 1000-jährigen Geschichte ist das deutsche Volk rein quantitativ auf dem Wege der Selbstabwicklung." Damit verbunden sei der "Abschied Deutschlands aus der Geschichte."

Ursache allen Übels eine kühne, angeblich von seriösen Wissenschaftlern belegte These: Dass Intelligenz "zu 50 bis 80 Prozent erblich ist". Noch ist allerdings ein Intelligenz-Gen nirgendwo geortet worden, was den Autor freilich nicht an einem Appell an deutsche Akademiker hindert: "Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist." Vor allem aber müsse Schluss sein mit den "fünf bis sechs Millionen Migranten" aus den muslimischen Ländern, von denen der Bundesregierung jedoch nur 4,3 Millionen bekannt sind. Und per Interview hat der Genforscher Sarrazin noch die These verbreitet, "alle Juden teilen ein bestimmtes Gen", und sogar bei den Basken im Baskenland sei dies der Fall.

Soziologin empfiehlt das Buch

Was die türkisch-stämmige Soziologin Necla Kelek bewogen hat, der Präsentation dieses Buchs die Ehre zu geben, bleibt im Dunkeln. Traute sie sich nicht, noch in letzter Sekunde ihre einführende Moderation abzusagen? Sie empfahl jedenfalls die Lektüre. Der Vorwurf, es handle sich um rassistisches Gedankengut, beruhe auf Unkenntnis. Ihr kühnes Urteil: "Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten ausgesprochen."

Während sie redet, sitzt Autor Sarrazin mit unbeweglichem Gesicht vor seinem Publikum. Er nickt erst angetan, als Kelek sagt, ein "schriller Chor versuche ihn niederzubrüllen". Seine Äuglein, die über die Journalisten vor ihm hin und her flitzen, strahlen, als ein halbes Dutzend Sarrazin-Bewunderer bei diesem Satz applaudieren.

Friedman: Genossen sollen Sarrazin feuern

Michel Friedmann mag es nicht fassen, was da zum Thema "genetische Identität" verbal auf ihn niederprasselt. Noch ehe die zweistündige Veranstaltung zu Ende ist, steht für ihn fest, dass die SPD ihren Berliner Ex-Finanzsenator und langjährigen Genossen feuern muss: "Sie muss sich gegen diesen Mann stellen oder sie wird selbst ein Teil des Problems."

Das Frage- und Antwortspiel, das folgt, bestätigt ihn.

Frage: Glaube Sarrazin denn, nach diesem Buch noch in einem Jahr im Vorstand der Bundesbank zu sitzen?

Antwort Sarrazin: "Wenn ich über diese Frage einen Herzinfarkt erleide, werde ich nicht mehr bei der Bundesbank sein."

Frage: Was halte er denn von der Kritik Angela Merkels an seinem Buch?

Antwort: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Merkel bei ihrem Zeitbudget bisher die Zeit gehabt hat, das Buch zu lesen."

Frage: Wie er zu der Behauptung komme, alle Juden trügen ein bestimmtes Gen in sich?

Antwort: "Dass es gemeinsame genetische Wurzeln der heute lebenden Juden gibt, stütze sich auf wissenschaftliche Studien. Vielleicht war es ein Fehler, dass ich völlig unbefangen mit dem Begriff jüdische Gene umgegangen bin."

Frage: Was antworte er jemandem, den er nicht schätze und der behaupte, die Erde sei nicht rund?

Antwort: "Dann sage ich nicht, sie ist eckig, sondern ich sage, sie ist rund und du bist ein Arschloch." Er räumt immerhin ein: "Das Buch ist ausgewogener als meine Originalsprache."

Die Frage aller Fragen: Ob er glaube, dass er nicht aus der SPD fliegt?

Antwort: "Ich werde in dieser Volkspartei bleiben."

Das Ausschlussverfahren ist beantragt

In dieser Sekunde wird im Publikum ein SMS bekannt, wonach das SPD-Präsidium den Ausschluss Sarrazins aus der SPD beantragen werde. Das nutzt der Genforscher Sarrazin unverzüglich zur Werbung für sein Buch: "Im SPD-Präsidium soll sich erst mal jemand hinsetzen und mein Buch lesen. Dort wird kein Ausschlussgrund zu finden sein."

In diesem Augenblick reckt der Noch-Genosse Sarrazin energisch sein Kinn und verschränkt stolz die Arme vor seiner Brust. Der Mann ist von Kopf über Brust bis Fuß siegessicher.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(