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Trotz Ukraine-Krise Gabriel setzt auf gute Beziehungen zu Putin


Auf gute Nachbarschaft: Vizekanzler Sigmar Gabriel will trotz andauernder Ukraine-Krise die Beziehung zu Wladimir Putin pflegen. Schließlich brauche Europa Russland.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) setzt trotz Moskaus Kurs in der Ukraine-Krise auf gute Beziehungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin. "Es ist doch so, dass Europa Russland braucht, wir sind direkte Nachbarn und eine gute Nachbarschaft ist von zentraler Bedeutung", sagte der Bundeswirtschaftsminister der "Bild am Sonntag".

"Wir merken ja gerade bei den großen internationalen Konflikten, zum Beispiel im Nordirak und Syrien, dass es gut wäre, mit Russland gemeinsam an einer Konfliktlösung zu arbeiten", fügte er hinzu. Auf die Frage, ob man Putin je wieder vertrauen könne, sagte Gabriel: "Ich hoffe es."

Zugleich setzt der SPD-Chef darauf, dass die verschärften EU-Sanktionen gegen Russland Putin zum Einlenken bringen werden: "Das hoffe ich sehr. Die wirtschaftliche Lage Russlands ist ja bereits heute alles andere als gut." Gleichwohl müsse weiter versucht werden, alle Beteiligten an den Verhandlungstisch zu bekommen. Dass Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das immer wieder und trotz aller Rückschläge täten, sei "der einzig richtige Weg".

Die EU hatte am Freitag neue Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt, weil Moskau nach wie vor nicht genug zur Beruhigung der Krise tue. Zugleich kam sie Moskau entgegen, indem die Anwendung eines Freihandelsabkommens mit der Ukraine aufgeschoben wurde. Für neuen Argwohn in Kiew und Brüssel sorgte, dass ein neuer russischer Hilfskonvoi seit Freitag ohne Zustimmung der ukrainischen Regierung die Grenze passiert und eine Hochburg der Separatisten in der Ostukraine ansteuert.

kgi/AFP AFP

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