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Umstrittener Nord-Süd-Dialog Auch David McAllister ließ Gäste einladen


Angeblich wäre die Initiative nicht von ihm ausgegangen. Stattdessen soll "Herr Glaeseker" David McAllister gefragt haben, ob er nicht noch Gäste zum Nord-Süd-Dialog einladen wolle.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat Gäste für das umstrittene Lobby-Treffen Nord-Süd-Dialog einladen lassen. Sein Sprecher Franz-Rainer Enste bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte. In einem Brief McAllisters, welcher dem NDR-Fernsehen vorliegt, heißt es: "Lieber Olaf Glaeseker, nachstehend übermittle ich Dir die Namen und Adressen von drei Personen, die ich bitte zu der Veranstaltung (...) einzuladen." In der Vergangenheit hatte die Landesregierung erklärt, die Entscheidung über die Auswahl der Gäste habe allein beim Veranstalter Manfred Schmidt gelegen.

In der Staatskanzlei wurde die 2007 gestartete Reihe federführend von Glaeseker betreut, dem Sprecher des damaligen Regierungschefs und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff. Die Staatsanwaltschaft Hannover vermutet, dass Glaeseker nicht ohne Gegenleistung handelte und ermittelt gegen ihn wegen Bestechlichkeit. Er soll mit seiner Frau mehrmals Gratis-Urlaub in Feriendomizilen Schmidts gemacht haben. Glaeseker war von dem inzwischen vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetretenen Wulff im Dezember entlassen worden.

Angeblich kein besonderer Vorgang

"Richtig ist, dass Herr Glaeseker nach meiner Erinnerung mich angesprochen hat, ob ich noch kurzfristig weitere Personen zum Nord-Süd-Dialog einladen könnte", sagte McAllister am Dienstag. Enste ergänzte, dass dies kein besonderer Vorgang gewesen sei. "Dutzende andere haben sich damals bei Glaeseker gemeldet, um auf die Einladungslisten zu kommen. Das zeigt, dass er von vielen Dritten als die Schnittstelle zwischen Veranstalter und Schirmherr angesehen worden ist."

Der Nord-Süd-Dialog wurde Ende 2007 als Promi-Treff der Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg gestartet. Schirmherren waren die damaligen Regierungschefs Wulff und Günther Oettinger.

kgi/DPA DPA

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